Zuversichtliche Stimmung herrschte bei der Kreisdelegiertenkonferenz der SPD in Kadelburg. „Wir leben in bewegten Zeiten und da brauchen wir eine starke SPD mit klar formulierten Zielen, um den Menschen eine Perspektive zu bieten“, so die Kreisvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter, Mitglied des Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin.

Allerdings hatte sie auch eine schlechte Nachricht im Gepäck. Mit bewegter Stimme teilte sie mit: „Heute ist Erhard Eppler gestorben, der zu den großen Persönlichkeiten unserer Partei gehörte.“ Bei den Vorstandswahlen wurden einige Positionen neu besetzt. Einstimmig wieder gewählt wurden die Vorsitzende und ihre beiden Stellvertreter Peter Schallmayer und Volker Jungmann.

Karin Rehbock-Zureich wird zum Ehrenmitglied ernannt

Neu gewählt wurde Schriftführerin Janine Regel-Zachmann. Sie löste Karin Rehbock-Zureich ab, die nicht mehr kandidierte. Stattdessen wurde sie unter dem Beifall der Delegierten zum Ehrenmitglied ernannt. Rita Schwarzelühr-Sutter umarmte ihre langjährige Weggefährtin und beschenkte sie mit Blumen.

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Danach stand ihr Referat im Mittelpunkt. „Für einen großen Zwiespalt hat die starke Zuwanderung in den letzten Jahren und in der Folge die zunehmende Gewalt im Alltag gesorgt“, berichtete sie. Dabei erinnerte sie an den jüngsten Anschlag in Halle. Dann verwies sie auf die Klimaentwicklung und die intensiven Bemühungen der Großen Koalition, dagegen zu steuern. „Natürlich war unser Einstieg sehr sanft“, so die Bundestagsabgeordnete, „aber es war wichtig, dass wir einen Anfang gemacht haben und dabei auch versucht haben, sozial gerecht vorzugehen“.

Kritisch äußerte sie sich zum sozialen Wohnungsbau der Landesregierung und des grünen Ministerpräsidenten. Im Südwesten sei der soziale Wohnungsbau kaum vorangekommen, klagte sie. Leider hätte sich die SPD beim Thema Tempolimit auf Autobahnen nicht durchsetzen können. „Aber beim zweiten Anlauf schaffen wir das“, sagte sie.

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Positiv bewertete sie die Beschlüsse zum Kohleausstieg: „Bis heute sind wir das einzige Land weltweit, das einen solchen Beschluss gefasst hat.“ Aber dabei müsse man jene Menschen mitnehmen, die Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes hätten, „denn den Menschen, die um ihre Existenz bangen, ist der Klimaschutz egal.“

Trotzdem sei man gefordert, Ziele vorzugeben, „auch wenn das nicht immer einfach scheint“. Jedenfalls dürfe man das nicht dem „braunen Mob“ überlassen. Als Beispiel nannte sie die Einführung eines 365-Euro-Tickets, um den Öffentlichen Personennahverkehr voranzubringen. „Natürlich geht auch mir vieles zu langsam“, sagte sie, „aber zur Demokratie gehört es eben auch, Kompromisse einzugehen“. Ihr Appell zum Schluss: „Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir wollen kämpfen, wir wollen gewinnen!“

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Der SPD-Kreisvorstand

Vorsitzende ist Rita Schwarzelühr-Sutter, Stellvertreter sind Volker Jungmann und Peter Schallmayer. Zum Vorstand gehören Kassenwart Norbert Tröndle, Schriftführerin Janine Regel-Zachmann, die Beisitzer Ulrike Gabrin, Mirko Maier, Stefan Meier, Philipp Schmidt-Wellenburg, Alexander Wunderle und Fabian Zoller Wunderlich. Seniorenbeauftragter ist Hans-Jürgen Bannasch.