Öffentliche Linienbusse am späten Abend sollen im Kreisgebiet sicherer werden. Die Omnibusse auf den Hauptstrecken werden noch dieses Jahr mit Innenraum-Kameras ausgerüstet. Die Video-Technik soll potenzielle Randalierer davon abhalten, Busfahrer oder Fahrgäste zu belästigen oder den Bus zu beschädigen. Die Kreisräte hoffen, dass auch Polizei und Justiz die dokumentierten Taten verfolgen.

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Vor die Kreispolitiker des Verwaltungsausschusses brachte Landrat Martin Kistler das Thema Sicherheit, weil sich der Landkreis an den 20 745 Euro Beschaffungs- und Einbaukosten mit 9850 Euro beteiligen wird. Dies weil die Südbaden-Busgesellschaft diese Nachtkurse in den vergangenen Jahren teilweise auf Wunsch des Landkreises ausbaute, erklärte der Nahverkehrsreferent des Landkreises, Lothar Probst, den Kreisräten.

Übergriffe auf Busfahrer und Fahrgäste

Übergriffe auf Busfahrer und Fahrgäste, besonders in den Nachtstunden, werden auch im Kreis Waldshut seit Jahren gemeldet – laut Sitzungsvorlage sind es „kleinere Vorfälle“. Immerhin sind diese Ausraster, zu denen auch Gewalt unter den Fahrgästen und Beschädigungen der Fahrzeuge gehören, so gravierend, dass Busfahrer diese Spätschicht zur Nachtzeit inzwischen ablehnen. Fahrpersonal wurde laut Sitzungsvorlage körperlich angegriffen, bespuckt und beschimpft.

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Das wache Auge der Kameras soll die Gewaltbereitschaft verhindern oder zumindest mindern. Die Innenraum-Kameras in den Nachtbussen sollen auch ein vertrauensbildendes Signal aussenden an potenzielle Fahrgäste. Die Filmüberwachung wird eingebettet in ein Gesamtkonzept für mehr Sicherheit in den Bussen. Bei kritischen Veranstaltungen soll künftig eine zweite Aufsichtsperson im Bus mitfahren.

Aufzeichnungen werden nach wenigen Tagen gelöscht

Die Kreisräte stimmten der Kamera-Überwachung einhellig zu. Für Thomas Schäuble (CDU) ist die Nachrüstung „leider alternativlos“. Michael Thater (Freie Wähler) fragte, ob es bei fünf Bussen bleiben kann, Lothar Probst hält die Beschränkung auf fünf Nachtkurs-Busse für ausreichend. Die Aufzeichnungen werden nach wenigen Tagen gelöscht, wenn sie nicht aus konkretem Anlass gesichtet werden. Letzteres geschehe nach dem Vier-Augen-Prinzip, keiner dürfe die Dateien allein abrufen, erklärte Peter Seibold von der SBG auf eine Frage von Ruth Cremer-Ricken (Grüne).

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Es sei wichtig, dass ertappte Täter auch „rigoros bestraft“ würden und die Justiz konsequent durchgreife, sagte Volker Jungmann (SPD), teils unter hämischem Gelächter der Ratskollegen. Klaus Denzinger (FDP) forderte den Landrat auf, vorab mit Polizei und Justiz zu klären, dass die Taten „konsequent verfolgt werden“.

Auch gute Nachrichten gab es zum öffentlichen Busverkehr. An der B 500 erreichte die Südbaden-Busgesellschaft mit 170 000 Euro Eigenbeitrag, dass die Ampelsteuerungen den öffentlichen Bussen Vorrang einräumen.

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