„Es ist wichtig, regelmäßig zu zeigen, der Hospizdienst ist da“, erklärte Dorothea Flaig, Pastoralmitarbeiterin und eine der Koordinatorinnen des Hospizdienstes, bei der Mitgliederversammlung. Deswegen suchten sie regelmäßig den Kontakt zu Pflegeheimen und Sozialstationen, gingen auf Anfrage auch in Schulen.

Rückblick auf Begleitungen

1996 sei die Geburtsstunde des Hospizvereins gewesen, erklärte Kassierer Rolf Steinegger. Die Pflegeversicherung decke diesen Bereich nicht ab. „Wir sind eng verbunden mit den Kirchengemeinden und Sozialstationen, niemand wird ausgeschlossen, egal, wo er herkommt, egal welcher Religion er angehört“, so Steinegger. Sie hätten 80 Begleitungen durchgeführt, davon seien 48 beendet, erklärte Franziska Jehle, eine der Koordinatorinnen. 43 Begleitungen seien zu Hause erfolgt, eine im Krankenhaus, 36 im Pflegeheim.

Neue Gruppe

In Hohentengen sei im Juli eine neue Gruppe mit 53 ehrenamtlichen Begleiterinnen entstanden, ergänzte Flaig. „Die Begleitung, das ist eigentlich die Arbeit unseres Vereins.“ Sie hätten dort sechs Begleitungen gehabt, vier davon seien abgeschlossen.

Fast die Hälfte der Menschen stirbt im Krankenhaus

„46 Prozent der Menschen sterben im Krankenhaus, 20 bis 25 Prozent im Pflegeheim, 20 Prozent zu Hause, eigentlich hätte der Hospizdienst im Krankenhaus sehr viel zu tun, warum ist er in Krankenhäusern kaum präsent?“, wollte Flaig dann von Christian Saurer, Chefarzt im Krankenhaus in Stühlingen wissen, der jetzt eine Weiterbildung zum Palliativmediziner macht. Einerseits wüssten viele Leute im Krankenhaus nichts von der Existenz des Hospizdienstes.

Es gibt Grenzen

Anderseits herrsche in den Krankenhäusern eine andere Struktur, die Ärzte und das Pflegeteam versorgten die Patienten. „Ich finde die Idee aber super, das wäre eine große Erleichterung für uns. Die meisten Menschen wünschten sich, zu Hause zu sterben, erklärte Flaig. „Wir versuchen, diesem Wunsch zu entsprechen, aber es gibt Grenzen. Manchmal ist der Patient im stationären Umfeld einfach besser aufgehoben“, so Saurer. Wichtig sei ihm, den Sterbenden zu helfen, in Würde zu sterben, erklärte der Chefarzt.