Jestetten – Die Hochrheinkommission (HRK) feierte im Haus der Wirtschaft in Schaffhausen ihren 20. Geburtstag. Zu den Feierlichkeiten begrüßte der Präsident Christian Amsler rund 50 Vertreter aus der Politik. Amsler erwähnte, dass von den 185 Kilometern der Schaffhauser Kantonsgrenze 152 Kilometer an Deutschland stoßen. „Nur wer Grenzen überschreitet, schafft neue Verbindungen“, betonte Amsler, der an die grenzüberschreitende Aufbruchstimmung in den 90er Jahren erinnerte, die sich auch in der Regionalpolitik der EU äußerte. 1990 wurde beispielsweise das erste Regio-Förderprogramm aufgelegt, das heute noch eines der wichtigsten Förderinstrumente der Grenzregion ist.

Der Kanton Aargau, die Landkreise Waldshut und Lörrach sowie das Land Baden-Württemberg gründeten am 17. September 1997 in Laufenburg/Schweiz die Hochrheinkommission. Das Ziel war die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Hochrhein zwischen Bodensee und Basel auszuweiten und zu vertiefen. Im Jahr 2006 wurde der Kanton Schaffhausen als Partner aufgenommen und seit 2011 hat auch der Kanton Zürich als Beobachter Einsicht in die HRK. Weitere Partner sind der Regionalverband Hochrhein-Bodensee sowie die Planungsverbände Fricktal-Regio und Zurzibiet-Regio. Die Hochrheinkommission hat sich in den vergangenen 20 Jahren politisch für die Grenzregion eingesetzt. Beispiele sind die Elektrifizierung des Bahnhofs Waldshut und der Hochrheinbahn. Es wurden aber auch verschiedene Fachgruppen wie die Tourismusorganisationen vernetzt, wobei beispielsweise die Drei-Pärke-Radroute entstanden ist.

Der aus Stuttgart angereiste Schweizer Generalkonsul Ernst Steinmann erinnerte sich in seiner Festrede daran, wie er seine Laufbahn als Zöllner in Basel begann und dass er als Konsul die Hälfte seines Lebens in elf Ländern der Welt lebte und überall herzlich willkommen war, insbesondere in Deutschland. „Noch nie waren auf der Welt so viele Menschen auf der Flucht, noch nie waren die Unterschiede zwischen den armen und reichen Ländern so offensichtlich sichtbar“, mahnte jedoch der Konsul. Die Demografie sieht er als eine große Herausforderung der Zukunft und forderte, dass man ihr respektvoll entgegen treten soll.

Im Anschluss nahm der Generalkonsul an einer Podiumsdiskussion teil, die Präsident Christian Amsler leitete. Die weiteren Podiumsgäste waren der Waldshuter Alt-Landrat Bernhard Wütz, Dieter Egli, Großrat des Kantons Aargau, und Nico Kiefer, Präsident des Jugendparlaments Rheinfelden/Baden. Nico Kiefer erzählte von seiner Anreise aus Rheinfelden, bei der er dreimal die Grenze passieren musste. Bernhard Wütz erinnerte sich an die Gründerzeit der HRK, als der Landkreis Waldshut in der Schweiz keinen Ansprechpartner hatte. „Nachdem das Schweizer Stimmvolk am 6. Dezember 1992 den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum abgelehnt hatte, haben wir uns am 7. Dezember getroffen und gesagt „Jetzt erst recht“, bemerkte Wütz zum Schluss des 90-minütigen Festaktes.

Die Kommission

  • Die Hochrheinkommission: Die Hochrheinkommission wurde am 17. September 1997 als regionale grenzüberschreitende Einrichtung für das Gebiet zwischen Bodensee und Basel gegründet. Partner sind die Kantone Aargau und Schaffhausen, das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Lörrach und Waldshut, der Regionalverband Hochrhein-Bodensee sowie die Planungsverbände Fricktal Regio und ZurzibietRegio. Die Hochrheinkommission organisiert seit 20 Jahren den regelmäßigen Kontakt der Partner und setzt sich für die Interessen der Grenzregion ein, beispielhaft für die Elektrifizierung der Hochrhein-Bahn. Zudem bringt die Hochrheinkommission grenzüberschreitende Projekte auf den Weg und koordiniert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
  • Zukunftspläne: Die Plenarversammlung der Hochrheinkommission verabschiedete ihre neue Strategie für den Zeitraum von 2018 bis 2022. Die Gestaltung der grenzüberschreitenden Nachbarschaft am Hochrhein und die Herausforderungen einer Grenze in Chancen umwandeln gelten als Ziele. Als Schwerpunkte wurden die Themen Bildung und Wissenstransfer, Tourismus, Mobilität und Begegnung gesetzt. Erarbeitet wurde die Strategie mit über 60 Personen aus der Region, darunter Ober- und Bürgermeister sowie Gemeindepräsidenten von Schaffhausen bis nach Grenzach-Wyhlen. (sk)