Zentrales Thema der Mitgliederversammlung des Kreisverbands der Grünen war der weltweit steigende Plastikmüll, der kaum noch in den Griff zu bekommen ist, die Meere verseucht und sich in Form von Mikro­partikeln im menschlichen Körper ansammelt. Die Kreisvorsitzende Petra Thyen freute sich, mehr als 30 Mitglieder begrüßen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Den Vortrag zum Thema Müll hielten zwei Mitglieder aus den Reihen des Nachwuchses, Nina Nüßle und Anne Eckert. „Plastik und Kunststoffe sind längst zum Bestandteil unseres Alltags geworden“, lautete ihre Feststellung. Riesige Mengen schwimmen in den Ozeanen und die Mikropartikel sind längst in unserer Nahrungskette angekommen. Auch in den Kinderzimmern gibt es Plastik in allen Varianten, oft in Verbindung mit Weichmachern, etwa bei den Kuscheltieren. Sich der Entwicklung entgegenzustemmen, sei gar nicht so einfach, denn überall dominiere das Plastik. „Aus hygienischen Gründen“, heiße es oft.

Das könnte Sie auch interessieren

„Mir macht das Einkaufen inzwischen keinen Spaß mehr“, lautete ein Kommentar aus den Reihen der weiblichen Zuhörer. Aber alle waren sich einig, dass das Thema beim Einkauf immer wieder angesprochen werden müsse, um Druck zu machen. Plastiktüten durch andere Behälter ersetzen, Seife statt Duschgel benutzen, keine Einwegrasierer verwenden und beim Kaufen von Kleidern sein Verhalten überdenken, so lauteten die Empfehlungen. „Warum werden Heuballen in Plastik eingewickelt?“, so eine kritische Frage. Kreisrätin Antonia Kiefer verwies auf Apps, die in der Lage seien, beim Einkauf Hinweise zu geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kreisrätin Ruth Cremer-Ricken erklärte: „Ziel sollte es sein, Kunststoffe herzustellen, die sich spätestens in zwei Jahren wieder auflösen.“ Aber: „Ganz ohne Plastik werden wir nicht auskommen.“ Papierbehälter seien aus ökologischer Sicht kaum eine bessere Lösung, da sie mehr Energie und Rohstoffe verbrauchten und weniger haltbar seien. „Hier sollte die Politik regulierend eingreifen und Verpackungsabgaben einführen, um Anreize zu geben, umweltfreundliche Materialien zu verwenden“, forderte Paul Albiez-Kaiser. Kritisiert wurde der gelbe Sack. Für viele sei er ein Alibi: Aus den Augen, aus dem Sinn. „Wir dürfen unsere Müllprobleme nicht einfach in die dritte Welt exportieren.“ Dagegen Cremer-Ricken: „Der gelbe Sack war eine richtige Entscheidung. Wer sammeln will, muss auch trennen.“ Albiez-Kaiser zog das Fazit: „Wir kommen nicht umhin, unser Leben umzustellen, Verzicht zu leisten und unseren Wohlstand einzuschränken.“

Die Wahlergebnisse: Auch die Grünen des Landkreises Waldshut legten bei den Kommunalwahlen am 26. Mai zu: Die Kreistagsfraktion gewann drei Plätze hinzu und kam auf acht Sitze, die Gemeinderatsfraktion Waldshut-Tiengen gewann zwei Plätze hinzu und kam auf fünf Sitze. Die Mitglieder des Kreisvorstandes der Grünen: Petra Thyen (Vorsitzende), Niklas Nüßle, Blert Dermaku und Bernd Wallaschek. Kreisgeschäftsführerin ist Christine Ehm.