Der Wunsch nach einer einheitlichen Besteuerung und die Pflicht zur Aushändigung des Kassenbons waren Themen der Hauptversammlung der Dehoga-Kreisstelle Waldshut. Der Vorsitzende Herman Pfau begrüße zahlreiche Gastronomen sowie einige Ehrengäste, darunter Jutta Hurter und Doris Hertweck von der Geschäftsstelle Freiburg und als Referent Volker Bögi von der Sparkasse Hochrhein.

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In einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr freute sich Pfau über die Abschaffung der Vorrangprüfung bei der Fachkräftezuwanderung, eine Vereinfachung die laut Pfau der starken Lobbyarbeit des Verbandes zu verdanken sei. Ebenfalls sei man froh über die Abschaffung des bisherigen manuellen Meldescheines zu Gunsten des neuen digitalen Meldescheines. Unverständnis äußerte er über ein beabsichtigtes Rauchverbot außerhalb von Gaststätten und sogar auf dem ganzen Betriebsgelände. „Wir können unsere Gäste zum Rauchen doch nicht zum Nachbarn schicken“, sagte er.

Petition aus Bayern

Das größte Anliegen seit laut Pfau, an einer Petition des bayerischen Dehoga für die gleichmäßige Besteuerung der abgegebenen Lebensmittel teilzunehmen. Die Chancen seien noch nie so gut wie gerade jetzt, eine einheitliche Besteuerung von sieben Prozent zu erreichen, ist Pfau der Überzeugung. Bei der Terminvorschau wies er auf die Teilnahme an der Intergastra, eine der weltweit größten Gastronomiemessen in Stuttgart am 19. Februar 2020 hin.

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Großes Interesse weckte Volker Bögi von der Sparkasse Hochrhein mit seinem Vortrag zum Umgang mit Kreditkarten und zum neuen Kassenwesen (Verwendung manipulationssicherer Kassensysteme). Bezüglich der Pflicht zur generellen Aushändigung des Kassenbons empfahl er, den Bon grundsätzlich auszudrucken und dem Gast anzubieten.

Vorstand im Amt bestätigt

Doris Hertweck von der Geschäftsstelle Freiburg übernahm die Neuwahl des Kreisvorstandes, bei der bis auf Jochen Sarnow, der auf eigenen Wunsch ausschied, alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt wurden: Hermann Pfau (Vorsitzender), Thomas Zimmermann (stellvertretender Vorsitzende und Vorsitzender Fachgruppe Gastronomie), Lorenz Baschnagel (Vorsitzender Fachgruppe Berufsbildung), Dirk Nägele (Vorsitzender Fachgruppe Tourismus und Hotellerie, in Abwesenheit Neuwahl für seinen Vorgänger Jochen Sarnow). Pfau dankte dem ausscheidenden Vorstandmitglied für seine Arbeit. Weitere Informationen zu gesetzlichen Änderungen und Neurungen gab es von Doris Hertweck.

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„Existentielle Auswirkungen auf kleine Gaststätten“

Herrmann Pfau, Vorsitzender der Dehoga Kreisstelle Waldshut, spricht im Interview über die geforderte Anpassung des Steuersatzes, die Nachwuchssituation und die Aushändigungspflicht von Kassenbons.

Herr Pfau, Sie fordern die Anpassung der Besteuerung im Gaststättenbereich. Welche Auswirkungen hat es, dass für die Lebensmittel im Take-away-Bereich die Lebensmittel mit sieben Prozent Mehrwertsteuer anfallen und in Restaurants und Gaststätten 19 Prozent?

Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass die Lebensmittel von Imbissständen, Fast-Food-Geschäften oder Lebensmittelmärkten, bei denen durch die Verpackung eine große Umweltbelastung entsteht, nur mit sieben Prozent besteuert werden, während in Restaurants, in denen umweltfreundlich Porzellangeschirr verwendet wird, 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die abgegebenen Lebensmittel anfallen. Vor allem für die auf dem Land in der Regel wirtschaftlich schlechter gestellten kleinen Gaststätten hat das existentielle Auswirkungen, was das Gaststättensterben auf dem Land noch beschleunigen wird. Hier muss durch den Gesetzgeber dringend eine bessere Steuergerechtigkeit hergestellt werden.

Wie stellt sich derzeit die Nachwuchssituation in der Gastronomie dar?

Wir haben immer weniger Bewerbungen inländischer Interessenten und wir werden in Zukunft viel Personal und vor allem die Nachwuchskräfte aus dem Ausland rekrutieren müssen. Da ist es dringend notwendig, dass unnötige bürokratische Hemmschwellen abgebaut werden. Mit der Abschaffung der Vorrangprüfung für ausländische Arbeitnehmer ist diesem Bedürfnis ein Stück Rechnung getragen worden. Trotzdem befürchte ich, dass der jetzt schon enorme Fachkräftemangel in der Gastronomie künftig noch erheblich zunehmen wird.

Ist die Gastronomie von der Aushändigungspflicht für Kassenbons auch in kleinen Betrieben betroffen?

In der Gastronomie war es schon immer üblich, dass für abgegebenen Getränke und Speisen ein Beleg ausgehändigt wurde. Da dürfte sich für uns nicht sehr viel ändern. Es geht ja nicht nur um die Aushändigung der Kassenbons, sondern um die gesamte Umstellung des Kassenwesens auf fälschungs- oder manipulationssichere Verfahren sowie um die absolut lückenlose Dokumentation. Da kommt noch einiges auf uns zu. Es ist aber schon bezeichnend, was für ein Misstrauen gegen alle Geschäfte und Kleinunternehmen zum Ausdruck kommt, die mit Bareinnahmen zu tun haben.

Fragen: Herbert Schnäbele