Der Caritasverband Hochrhein hat sich von seinen drei langjährigen Aufsichtsräten Paul Renz, Paul Stoll und Werner Dörflinger verabschiedet. Gemeinsam bringen sie es auf 86 Jahre Ehrenamt für die Caritas. Beim Festakt im katholischen Pfarrsaal in Tiengen wurden ihre Verdienste in Dankesreden und Anekdoten vom Vorstandsvorsitzenden Martin Riegraf, seinem Stellvertreter Rolf Steinegger und dem Geschäftsführer der Caritaswerkstätten, Manfred Schrenk, gewürdigt.

Die Caritas interpretiert das doppelte Gebot der Gottes- und der Nächstenliebe in moderner Weise, sagte Werner Dörflinger, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender und 41 Jahre Mitglied des Aufsichtsrats, und fügte an: „Niemand hat einem anderen Vorschriften zu machen, was die Nähe zur Amtskirche angeht, sehr wohl aber erwarte ich, dass sich diejenigen, die sich zum Kirchlichen bekennen, dieses doppelte Gebot ernstnehmen.“ Er habe vollstes Vertrauen, dass die gesamte Mannschaft und die Vorstände des Caritasverbands Hochrhein ihre Aufgaben meistern.

„Der Caritasverband verdankt Ihnen viel“, sagte Bernhard Götz, neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Caritasverbands Hochrhein, der Werner Dörflinger in dieser Position bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr abgelöst hat. Mit dem Blick in die Zukunft müsse gerade auch nach dem Weggang der Verabschiedeten die politische Vernetzung weiter vorangetrieben werden, um die ausschließlich projektbezogenen Fördermittel effizient einsetzen zu können.

Vor den zukünftigen Veränderungen der Gesellschaft müsse man keine Angst haben, sagte Thomas Heckert, neuer Vorstandsvorsitzender und Diözesen-Caritasdirektor. Landrat Martin Kistler dankte den ehemaligen Aufsichtsräten und der Caritas für die geleistete Arbeit. Besonders hob er ihre Verdienste darin hervor, für den Dienst an der Gesellschaft nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz zu schulen. Kulinarisch wurden die rund 50 Gäste des Festakts von der Küche Gurtweil verköstigt. Zuvor traten die Trompeter Johannes Jensen und Johannes Dörflinger auf und der Zirkus Papperlapapp zeigte eine Bühnenshow.

Der Caritasverband Hochrhein ist Träger ambulanter, teilstationärer und stationärer Dienste und Einrichtungen in den Arbeitsfeldern der Hilfen für Kinder und Jugendliche, für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen sowie für psychisch erkrankte Menschen, für Familien und für Senioren.

 

Die ehemaligen Aufsichtsräte und die Schwerpunkte ihres Engagements

Paul Renz stammt aus Rheinfelden, wo auch das Zentrum seines Wirkens war. Er war zehn Jahre lang Aufsichtsrat des Caritasverbands Hochrhein. Mit seiner Finanzexpertise hatte er ein Auge auf finanziellen Geschicke der Caritas und stand auch anderen in diesem Feld mit Rat und Tat zur Seite. Besonders wichtig war es ihm als Aufsichtsrat, seine Aufgaben „ohne Kumpanei“ wahrzunehmen und in allen Belangen genau hinzuschauen. Von 1983 bis 1992 war er Ortsvorsteher von Minseln, einem Stadtteil von Rheinfelden, zudem ist er seit mehr als 46 Jahren im Gemeinderat aktiv.

Werner Dörflinger ist gebürtiger Tiengener. Er war 41 Jahre für die Caritas aktiv, viele Jahre davon im Vorstand sowie als Aufsichtsratsvorsitzender. Eine besondere Herausforderung war für Dörflinger der Zusammenschluss der Verbände Bad Säckingen und Waldshut in der Zeit der Jahrtausendwende. Neben seiner bundespolitischen Arbeit als Bundestagsabgeordneter für die CDU zwischen den Jahren 1980 und 1998 war er von 1975 bis 1983 Erster Beigeordneter (also Bürgermeister) von Waldshut-Tiengen sowie in einer Vielzahl anderer Gremien und Vereine aktiv.

Paul Stoll kommt aus Küssaberg-Kadelburg und war 35 Jahre als Aufsichtsrat der Caritas aktiv. Er engagierte sich besonders in der Behindertenhilfe. Er begleitete die Caritaswerkstätten Hochrhein von den sogenannten beschützenden Werkstätten hin zu einem Inklusionsunternehmen. Erfolgreiche inklusive Projekte, wie das Café "Zwischen" in Tiengen, ausgelagerte Arbeitsplätze und gemeindeintegriertes Wohnen tragen seine Handschrift. Paul Stoll war von 1969 bis 1972 in seiner Heimatgemeinde Kadelburg und von 1972 bis 1997 in der Gesamtgemeinde Küssaberg Bürgermeister.