Für den Waldshuter Landrat Martin Kistler hat die Elektrifizierung der gesamten Hochrheinstrecke erste Priorität. Übergangslösungen hält er aber dennoch für denkbar.

Herr Kistler, die Firma Stadler hat einen batteriebetriebenen Zug präsentiert. Er soll für nicht oder nur teilelektrifizierte Strecken geeignet sein. Möglicherweise also auch für die Hochrheinstrecke. Kennen Sie den Zug?

Es ist mir bekannt, dass es umweltfreundliche technische Lösungen gibt, die auf nicht elektrifizierten Stecken zum Einsatz kommen können. Ob elektrisch oder Hybrid, verschiedene Ansätze sind denkbar. Die Frage ist, wie leistungsfähig diese Alternativen sind und ob diese für die entsprechende Strecke passen. „Passen“ bedeutet: strecken-, geschwindigkeits-, kapazitäts- umlaufbezogen und auch wirtschaftlich, um nur wenige Themen zu nennen.

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Halten Sie einen solchen Zug für eine mögliche Alternative um die Defizite auf der Hochrhein-Strecke zumindest so lange abzumildern, bis die Elektrifizierung tatsächlich erfolgt ist?

Die erste Priorität heißt Elektrifizierung auch wenn wir dafür noch etwas Zeit brauchen. Wenn kein stabiler Zustand der verkehrlichen Leistungen bis zu diesem Zeitpunkt geschaffen werden kann, müssen alle Alternativen durchdacht werden im Sinne von Übergangslösungen. Wie Sie wissen liegen hier diverse Vorschläge auf dem Tisch, die von der Veränderung des Fahrplanes bis zum lokbespannten Dieselzug reichen. Ich gehe davon aus, dass der Schwerpunkt aktuell noch darauf liegt, die Bestandsfahrzeuge zu optimieren, das heißt diese zuverlässiger zu machen. Gelingt dies nicht, muss das vorgenannte Thema von und mit der DB und NVBW angegangen werden. Ob sich dann neue Übergangskonzepte ergeben, auch mit dem von Ihnen genannten Antrieb muss abgewartet werden.

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Bleibt es bei dem von Ihnen vorgegebenen Zeitplan, dass die Elektrifizierung bis 2025 erfolgt sein soll? Wie sieht die nächste Etappe aus?

Davon gehe ich weiter aus. Allerdings ist auch klar, dass sich bei einem Projekt dieser Größenordnung Veränderungen ergeben können, insbesondere wenn weitere Maßnahmen mit ins Boot genommen werden oder sich Unwägbarkeiten ergeben. Davon ist niemand sicher beziehungsweise bei größeren Infrastrukturprojekten ist dies stets möglich. Die DB ist mit der Ausschreibung der Planungsaufträge für die Leistungsphase 3 und 4 beschäftigt (Entwurfs- und Genehmigungsplanung), ein grenzüberschreitender besetzter Lenkungskreis begleitet die Entwicklung und die notwendigen Maßnahmen werden abgestimmt. Wir werden auch im kommenden Jahr wieder in den Kreisgremien dazu beraten und die nächsten Weichenstellungen treffen.