Santhori heißt mit bürgerlichem Namen Thomas Riederer. Der Schweizer Performancekünstler und Maler aus Bad Zurzach ist bekannt für seine grellen, figurativen Bilder in den Farben Rot, Gelb, Blau und Grün sowie Schwarz und Weiß. Für 2019 hat er große Pläne: Er bereitet eine vierwöchige Ausstellung in Shanghai vor. Auslands­erfahrungen hat er genug: Sein bisher größtes Projekt war im September und Oktober 2016 eine Ausstellung in New York. Sie fand in der Buddy Warren Gallery statt und war verbunden mit einem Workshop und verschiedenen Straßenkunst-Aktionen. Noch heute schwärmt er von diesem Ereignis, an dem auch seine ganze Familie teilnahm.

Santhori mit einem seiner Zigarre rauchenden Köpfe, dahinter das Bild "Freiheit" aus der Serie "Inspiration Honoré Daumier".
Santhori mit einem seiner Zigarre rauchenden Köpfe, dahinter das Bild "Freiheit" aus der Serie "Inspiration Honoré Daumier". | Bild: Rosemarie Tillessen

Nun ist erstmalig eine Ausstellung im asiatischen Raum angesagt. Er ist gespannt: „Sicherlich gibt es hier ganz neue Schwierigkeiten: Der Transport der Bilder wird ein Problem. Und was darf ich dort überhaupt zeigen? Meine ‚Totenköpfe’? Oder ‚Das letzte Abendmahl’? Sicherlich keine politischen oder gar erotischen Bilder. Und natürlich plane ich auch wieder eine Feuerperformance.“ Er weiß, dass in China alles streng kontrolliert wird, nichts wird dem Zufall überlassen. Gerade das aber scheint ihn, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird, zu reizen. Und wie immer hat er viele Freunde und Helfer gefunden, die ihn unterstützen.

Chinesen interessieren sich für Santhoris Kunst

Wie ist der Kontakt nach China zustandegekommen? Ausgangspunkt sei ein Workshop im vergangenen Frühjahr gewesen, den er in Dielsdorf in der Schweiz für Geschäftsleute und deren Familie leitete. „Alle malten mit Schablonen in meiner Technik und meinen Farben.“ Dabei lernte er die Chinesin Lan Qin kennen, die zwischen Schweizer und chinesischen Firmen vermittelt. Sie hatte die Idee: Warum nicht eine Ausstellung in China? Durch sie lernte Santhori Son Yunlong kennen, einen Chinesen, der in der Schweiz Kultur- und Wirtschaftsprojekte betreut sowie die Professorin Liu von der Kunsthochschule Peking. „Sie haben dafür gesorgt, dass unsere Idee Wirklichkeit wurde“, so Santhori. Nach Weihnachten bekam er jetzt die Einladung vom „Shanghai Himalayas Museum“, einem futuristischen Bau in der Millionenstadt.

Finanzierung der Reise noch offen

Begeistert hat sich Santhori inzwischen in die Planung seiner Ausstellung gestürzt, die er „Relationship“ nennt: Er wird sie mit Bildern aus seinen vier Zyklen „Dontmissingakiss“, „Inspiration Honoré Daumier“, „Spy With My Bold Eye“ sowie den neuesten Arbeiten aus dem Zyklus „Verhältnis“ bestücken. Was werden die Chinesen zu seinen poppigen, respektlosen Bildern sagen? Zu den tanzenden Lippen, den Zigarre rauchenden Frauen oder den explodierenden Farborgien? Er lacht und sagt: „Ich freue mich auf die Begegnung und bin neugierig.“ Im Mai plant er die erste Reise, um das Umfeld zu erkunden. Die Finanzierung muss noch geregelt werden. Er ist bereits mit dem Kuratorium Aarau und Pro Helvetia in Kontakt: „Wir sind dran, aber sicherlich zahle ich auch einiges aus meinem Sack.“