„Man geht davon aus, dass über 20 000 Kinder bundesweit von sexueller Gewalt betroffen sind und annähernd zehn Prozent der Opfer jünger als sechs Jahre sind“, sagt Wilfried Könnecker von der Abteilung Jugend, Bildung, Prävention des Jugendamtes beim Landratsamt Waldshut. Im Landkreis Waldshut hat das Polizeirevier Waldshut-Tiengen laut Kriminalstatistik 2018 in 25 angezeigten Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch Ermittlungsverfahren geführt und Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Landrat Martin Kistler, Regina Sturm, Doris Hinum (beide Caritas) und Wilfried Könnecker (Landratsamt, von links) mit Plakaten zum Theaterstück „Pfoten weg“.
Landrat Martin Kistler, Regina Sturm, Doris Hinum (beide Caritas) und Wilfried Könnecker (Landratsamt, von links) mit Plakaten zum Theaterstück „Pfoten weg“ | Bild: Freudig

Der Schutz der Jüngsten steht im Mittelpunkt der kommenden Veranstaltungsreihe „Prävention von sexueller Gewalt“, die der Landkreis Waldshut zusammen mit dem Caritasverband Hochrhein (Arbeitsgemeinschaft katholische Tageseinrichtungen für Kinder) und dem katholischen Dekanat Waldshut organisiert hat. Landrat Martin Kistler ist zusammen mit Dekan Peter Berg Schirmherr der Reihe.

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Vom 13. Oktober bis 6. November finden im Landkreis Waldshut zwölf Veranstaltungen zur Prävention von sexueller Gewalt statt. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, Anmeldung im Landratsamt (Telefon: 07751/86 43 44, E-Mail: wilfried.koennecker@landkreis-waldshut.de).

Im Mittelpunkt steht das Figurentheaterstück „Pfoten weg“ für Kinder ab vier Jahren von Irmi Wette. Durch das Geschehen in einer „Katzenfamilie“ will es Kindern in ihrer Persönlichkeit und Entwicklung stärken und ihnen Mut machen, zu unangenehmer Nähe nein zu sagen, sich zu wehren, sich anderen anzuvertrauen und Hilfe zu holen. „Und für Kinder, die das Thema nicht betrifft, ist das Theater einfach ein großer Spaß“, sagt Regina Sturm, Leiterin des Kindergartens St. Elisabeth in Berau und Mitglied der Caritas-Arbeitsgemeinschaft.

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Bereits 2017 ist Irmi Wettes Figurentheater schon einmal im Landkreis unterwegs gewesen und hat nach Aussage von Regina Sturm großen Anklang gefunden. Viele weitere Einrichtungen wie Polizei und Weisser Ring sind mit Boot und werden bei der Auftaktveranstaltung an Ständen über das Thema und Beratungs- und Hilfsangebote informieren. Weiterer Bestandteil der Reihe sind Vorträge und Seminare für Eltern, pädagogisches Fachpersonal in Kitas und Grundschulen, allgemein für alle Bezugspersonen von jüngeren Kindern. Ihr Ziel ist es, auf das Thema aufmerksam zu machen, zu informieren, zu sensibilisieren und dadurch den Schutz für Kinder zu erhöhen.

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Zwölf kostenfreie Veranstaltungen stehen in verschiedenen Orten auf dem Programm. „Die Reihe behandelt ein wichtiges Thema und wir hoffen auf möglichst viele Teilnehmer“, so Doris Hinum, Caritas-Fachberaterin für katholische Kindertageseinrichtungen.