„Für uns ist nach fünf Jahren die Zeit gekommen, mit Bob dem Minion aufzuhören“, sagen Silke und Andreas Metzger, Sandra Grimm, Tim Oberbossel und Johannes Lauber. Die fünf Binzger haben sich in den vergangenen Jahren für den Kreisverkehr immer neue Szenerien mit Bob ausgedacht. Das Ursprungsziel der Aktion sei erreicht, finden sie. Der Kreisel, zu Beginn ein Schotterhaufen, sehe inzwischen ganz manierlich aus. „Die Pflanzen wachsen Bob langsam über den Kopf, und es wird auch für uns immer schwieriger, Zeit zu finden, denn es steckt zum Teil viel Arbeit in den einzelnen Figuren.“ Deshalb bauen die Binzger Minion-Paten Bob nun ab und stellen ein Schild „Bye“ auf.

Das sind die Menschen hinter Bob(von links): Tim Oberbossel, Johannes Lauber, Sandra Grimm, Silke, Wanda und Hanna Metzger. Es fehlt Andreas Metzger.
Das sind die Menschen hinter Bob(von links): Tim Oberbossel, Johannes Lauber, Sandra Grimm, Silke, Wanda und Hanna Metzger. Es fehlt Andreas Metzger. | Bild: Markus Vonberg

Bob kann mit Stolz und in Würde Abschied nehmen. Er leistete Außergewöhnliches. Jahrelang hatten sich die Stadt Laufenburg und der Landkreis Waldshut darum gestritten, ob der Kreisel angelegt und wie er gestaltet werden solle. Im Juli 2014 schließlich ließ das Landratsamt den Beleuchtungsmasten in der Kreismitte als Verkehrshindernis abbauen und schüttete Schotter auf der Verkehrsinsel auf. Dies wiederum erboste die Laufenburger.

Rechtzeitig zum Fest des Friedens 2014 trat dann Bob auf den Plan. Einen Tag vor Heiligabend tauchte der Minion in der Kreisverkehrsbaustelle auf, in der Hand ein oranges Plastikschäufelchen – und alle mussten lachen. Streit und Hässlichkeit waren wie weggeblasen.

Weltall-Roboter R2-D2 war einer der vielen Begleiter des Minions in den vergangenen fünf Jahren.
Weltall-Roboter R2-D2 war einer der vielen Begleiter des Minions in den vergangenen fünf Jahren. | Bild: Markus Baier

Einen Tag nach Weihnachten berichtete unsere Zeitung über den damals noch namenlosen Binzger Minion, von dem kein Mensch wusste, wer ihn dort platziert hatte. Das war der Beginn eines riesigen Minion-Hypes. Auf einmal tauchten gelbe Tonnenmännchen, Tonnenweibchen und Tonnenkinder an allen Ecken und Enden auf. Laufenburger und Binzger verkleideten sich in der Fasnacht als Minions.

War im April 2015 nur im Urlaub, sagt jetzt aber für immer adieu: Bob vom Binzger Kreisel.
War im April 2015 nur im Urlaub, sagt jetzt aber für immer adieu: Bob vom Binzger Kreisel. | Bild: Susanne Kanele

Der Minion hatte auch Feinde. Unbekannte rissen ihm die Ärmchen ab. Andere verschleppten ihn. Mal länger, mal kürzer blieb der tapfere kleine Tonnenfigur verschwunden, tauchte aber unverdrossen immer wieder auf. Gefahr drohte ihm nur vom Amtsschimmel. Denn Bob, wie er seit April 2015 hieß, hielt sich unbefugt und ohne behördliche Genehmigung im Kreisverkehr auf. Doch Bobs unwiderstehlicher Charme wirkte bis nach Waldshut. Das Landratsamt erteilte dem Minion Bleiberecht. „Ein festes Zuhause für Bob“, titelte unsere Zeitung im Juli 2015.

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Nun outeten sich auch die Menschen, die hinter Bob standen. Fünf Jahre lang bastelten Silke und Andreas Metzger, Sandra Grimm, Tim Oberbossel und Johannes Lauber immer wieder neue Minions, die Filmpremieren, Fußballturniere oder einfach nur die Jahreszeiten kommentierten. Das ist jetzt vorbei und eins sicher: Bob wird uns fehlen!