Der Schweizer Kanton Aargau gibt in diesem Jahr 260 Millionen Franken für die Straßeninfrastruktur aus – 60 Millionen Franken oder 23 Prozent mehr als 2019. Der größte Teil des Geldes fließt in acht Großprojekte. Das kantonale Baudepartement hat ständig etwa 750 Bauprojekte in Arbeit, wovon jährlich etwa 80 als erledigt abgehakt werden können. Ähnlich viele kommen dazu. In diesem Jahr werden drei neue Großbauvorhaben sowie 62 mittlere und kleinere Bau- und Sanierungsprojekte in Angriff genommen. Dies geht aus dem Straßenbauprogramm 2020 hervor.

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Die drei Großbauvorhaben sind die Ostumfahrung Bad Zurzach (der Spatenstich ist vor wenigen Tagen erfolgt), die umfangreichen Sanierungsarbeiten der Angliker-/Nutzenbacherstraße in Villmergen/Wohlen (die im Herbst beginnen) sowie die Umfahrung Mellingen. Hier erfolgt der Start in der zweiten Jahreshälfte. Laut Auskunft von Kantonsingenieur Rolf H. Meier beginnen die Arbeiten beim zweiten der beiden Bauabschnitte. Dieser umfasst die Neuanlage von der Birrfeldstraße bis zur Lenzburgerstraße im Raum Mellingen/Wohlenschwil. Er ist baureif.

Der Kanton will dieses Jahr 260 Millionen Franken für den Ausbau und den Werterhalt der kantonalen Verkehrsinfrastruktur investieren. Zum Vergleich: 2019 waren es rund 200 Millionen Franken. Die Mittel dafür kann der Kanton der Straßenkasse entnehmen. Diese war Ende des vergangenen Jahres 280 Millionen Franken schwer.

Weil neben den drei neuen aktuell auch fünf weitere größere Projekte im Bau sind, wird der Bestand der Straßenkasse laut Rolf H. Meier bis Ende Jahr auf etwa 200 Millionen Franken sinken. Die Mittel reichen aber für den Substanzerhalt des Straßennetzes, sagt der Kantonsingenieur. Dank laufenden Einnahmen der Motorfahrzeugsteuer reichen sie auch in den kommenden Jahren. Laut Meier ist eine Steuererhöhung „derzeit kein Thema“.

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Weiter liegt der Fokus 2020 auf den laufenden Großprojekten. Fünf befinden sich im Bau: die Südwestumfahrung Sins, die Südwestumfahrung Brugg, der Ersatz der Aarebrücke in Aarau (Pont Neuf), der Knotenumbau in Teufenthal und der Ausbau der K 131 in Rekingen/Mellikon.

Bei den Projekten werden alle Regionen des Kantons Aargau berücksichtigt, betont Meier. 173 Millionen Franken entfallen auf den Neubau, die Umgestaltung und die Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kantonsstraßen. Für den Werterhalt von Straßen, Brücken und Tunnels werden 56 Millionen Franken eingesetzt. Eins der Projekte ist der Pont Neuf in Aarau. Derzeit läuft auch ein Projekt für den Ersatz der rund 100-jährigen Aarebrücke in Wildegg. Das Siegerprojekt eines entsprechenden Wettbewerbs werde jetzt weiterverfolgt, sagt Meier.

Zur Umsetzung des Behindertengesetzes sind für den Umbau von Bushaltestellen/-kanten an Kantonsstraßen für den barrierefreien Einstieg zwölf Millionen Franken vorgesehen. Auf den Kantonsstraßen gibt es 1600 Bushaltekanten. Bis Ende 2023 will der Kanton 500 stärker genutzte Haltestellen dem Gesetz für mehr Barrierefreiheit anpassen.

Derzeit arbeiten laut Meier zwei Spezialisten im Baudepartement ausschließlich an solchen Projekten. Für gesetzlich vorgeschriebene Lärmsanierungsmaßnahmen sind elf Millionen Franken geplant. Der Ausbau des kantonalen Radroutennetzes ist mit acht Millionen Franken veranschlagt.

Zu den bereits erwähnten 62 mittleren und kleineren Bau- und Sanierungsprojekten zählt beispielsweise in Seon der Start der Straßensanierungsmaßnahme an der Seetalstraße Nord (K 249). In Zofingen ist es der Umbau des Kreisverkehrs Henzmannstraße. Im Bereich Werterhalt beginnen unter anderem Sanierungen in Birrhard an der Birrfeldstraße (K 269) und in Münchwilen an der K 292.