1. Was wird bei einer Revision im KKL überhaupt gemacht?

Das Herz des Kernkraftwerks Leibstadt ist der Reaktor. Dessen Kern besteht aus 648 Brennelementen. So wie bei einem Auto regelmäßig die Zündkerzen ausgewechselt werden müssen, wird jedes Jahr bei der Hauptrevision im Atomkraftwerk rund ein Fünftel der Brennelemente erneuert. Die anderen Elemente werden umplatziert, damit sie gleichmäßig abbrennen.

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2. Wie lange dauert eine Revision für gewöhnlich?

Die Revisionsdauer richtet sich nach den anstehenden Arbeiten, teilt das KKL dazu mit. Das kann von drei bis fünf Wochen (Standard) bis zu zwei Monaten, zum Beispiel beim Austausch von Großkomponenten, dauern.

Ein Mitarbeiter bei Revisionsarbeiten im Kernkraftwerk Leibstadt.
Ein Mitarbeiter bei Revisionsarbeiten im Kernkraftwerk Leibstadt. | Bild: KKL

3. In welchen Fällen hat sich eine Revision seit der Inbetriebnahme des KKL außerplanmäßig verlängert und wieso?

Werden bei den verschiedenen Inspektionen und Tests Komponenten entdeckt, die instandgesetzt oder sogar ersetzt werden müssen, verlängert sich die Revision um einige Tage bis Wochen. In diesem Herbst zieht sich die aktuelle Revision bis in den November hinein, nachdem ein Riss an einer Schweißnaht an einem Notkühlsystem entdeckt worden war. Im vergangenen Jahr mussten 16 Brennelemente, die für den nächsten Betriebszyklus vorgesehen waren, aber nicht spezifikationsgerecht waren, ersetzt werden. 2016 verzögerte sich die Revision ebenfalls, weil an den Hüllrohren von acht Brennstäben Oxidationen festgestellt worden waren.

4. Wie wirkt sich ein Tag Stillstand finanziell aus?

Jeder Tag, an dem das Atomkraftwerk still steht, kommt dem Betreiber sehr teuer zu stehen. Denn rund eine Million Schweizer Franken kostet der Betrieb des Kernkraftwerks Leibstadt jeden Tag. Dieser Betrag fällt unabhängig davon an, ob das Werk Strom produziert oder nicht. Ein Betriebsunterbruch wirkt sich somit negativ auf die Rentabilität aus. Dennoch betrug der Jahresgewinn im vergangenen Jahr 26,3 Millionen Schweizer Franken.

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5. Wird bei einer Revision erhöhte Radioaktivität im Inneren freigesetzt?

"Nein", betonen die Betreiber des Kernkraftwerks und begründen dies damit, dass die Radioaktivität im Inneren des Reaktors eingeschlossen ist. Ein dichtes Netz von Mess-Sonden überprüft rund um die Uhr, dass keine Radioaktivität freigesetzt wird.

6. Müssen nach Abschaltung des Reaktors die Brennstäbe noch gekühlt werden und wie wird dies gewährleistet?

"Selbstverständlich befinden sich die Brennelemente nach Abschaltung des Kraftwerks weiterhin unter Wasser und werden durchgehend gekühlt", teilt das KKL dazu mit. Wenn die Brennelemente ausgetauscht werden müssen, ziehen Teleskopgreifer die abgebrannten Brennelemente aus dem Reaktor und legen sie, stets unter Wasser, ins Brennelementbecken. Dort lagern die Brennelemente über mehrere Jahre. Wenn ihre Strahlung und die Nachzerfallswärme genügend abgeklungen sind, werden sie in speziellen Behältern ins Zwischenlager nach Würenlingen transportiert.

Die Turbinengruppe im Kernkraftwerk Leibstadt während Revision.
Die Turbinengruppe im Kernkraftwerk Leibstadt während Revision. | Bild: KKL

7. Wie viele externe Mitarbeiter sind bei der Revision beschäftigt und welche Sicherheitsüberprüfungen gibt es für sie?

Die Anzahl der externen Mitarbeitenden variiert jährlich und hängt von den anstehenden Arbeiten ab. In der Regel sind aber jedes Jahr rund 1000 bis 1500 externe Mitarbeiter bei der Revision beschäftigt. Jeder von ihnen muss vor Arbeitsantritt eine Schulung besuchen sowie gewisse, für ihre Aufgaben geltende Auflagen erfüllen.

8. Wie viel Strom hat das KKL 2017 produziert und für wie viele Haushalte reicht das?

5619 Gigawattstunden (GWh) Strom produzierte das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) im vergangenen Jahr. Die Gesamtleistung des Reaktors wurde 2017 auf durchschnittlich 90 Prozent beschränkt. Zum Vergleich: 2016 produzierte das Kraftwerk 6075 Gigawattstunden Strom. Im Volllastbetrieb versorgt das KKL rund zwei Millionen Haushalte, was einem Anteil von rund 15 Prozent der Schweizer Stromproduktion entspricht.

9. Wenn die Dampfwolke nicht zu sehen ist, bedeutet dies, dass das Kraftwerk abgeschaltet ist, oder kann dies auch andere Gründe haben?

Wenn kein Wasserdampf in Form einer Wolke über dem Atomkraftwerk aufsteigt, bedeutet dies im Normalfall, dass es abgeschaltet ist. In seltenen Fällen ist es jedoch möglich, dass der Wasserdampf auch bei Betrieb kaum oder schlecht sichtbar ist. Dies hat meteorologische Gründe, die mit der Luftfeuchtigkeit zusammenhängen.

10. Bleibt es bei der bisher vorgesehenen Laufzeit des KKL bis 2045?

"Ja, wir gehen davon aus, dass das KKL bis 2045 für die Schweiz Strom produziert", teilen die Verantwortlichen des KKL zu dieser Frage mit.

Blick in das sogenannte Containment während Revision im Kernkraftwerk Leibstadt.
Blick in das sogenannte Containment während Revision im Kernkraftwerk Leibstadt. | Bild: Kkl
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