„Ich bin begeistert von der tollen Aktion, dass alles so gut funktioniert hat und es so gut angenommen wurde. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen einen super Zusammenhalt“, ließ Christian Schmidt nach der Typisierungsaktion in Zell übermitteln. Der an Leukämie erkrankte 20-Jährige wartet auf einen geeigneten Stammzellspender. Die 490 am Samstag neu-registrierten Menschen machen Mut, denn die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft war überwältigend.

Der 20-jährige Christian Schmidt aus Zell im Wiesental hat Blutkrebs. Um gesund zu werden, benötigt er dringend eine Stammzellspende.
Der 20-jährige Christian Schmidt aus Zell im Wiesental hat Blutkrebs. Um gesund zu werden, benötigt er dringend eine Stammzellspende. | Bild: FOTOSTUDIO GABRIELE DECKER

Der Fanfarenzug Zell, bei dem Schmidt seit Kindertagen mitmarschiert, und die Stammzellen-Hilfsorganisation DKMS nahmen den ganzen Samstag Speichelproben von 490 Freiwilligen und sammelten insgesamt fast 18.700 Euro Spenden für die Ermittlung geeigneter Stammzellenspender.

„Die Resonanz liegt weit über unseren Erwartungen“, strahlte der Vorsitzende des Fanfarenzuges, Frank Hutschenreuter, während der Aktion im Zeller Ratssaal. „Ob Privatleute oder die Geschäftswelt, egal wo wir angefragt haben, gab es ausschließlich Zusagen“, freute sich der Vorsitzende.

Die 38 Mitglieder des Fanfarenzuges rührten kräftig die Werbetrommel für die Spendenaktion.
Die 38 Mitglieder des Fanfarenzuges rührten kräftig die Werbetrommel für die Spendenaktion. | Bild: Gerald Nill

In erster Linie ging es natürlich darum, möglichst viele Teilnehmer zu gewinnen, die bereit waren, einen Wangenabstrich abzugeben, um sich typisieren und registrieren zu lassen. „Je mehr Leute mitmachen, desto größer die Chance, dass einem an Blutkrebs erkrankten Patienten geholfen werden kann“, warb der Fanfarenzug kräftig um eine große Teilnahme. An Leukämie erkrankte Personen benötigen einen nahezu 100-prozentigen genetischen Zwilling, falls die Therapie gelingen soll.

Auch Christian Schmidt ist noch auf der Suche nach dem passenden genetischen Zwilling. Er konnte aufgrund seines geschwächten Immunsystems an der überwältigenden Aktion in Zell nicht teilnehmen. „Auch wenn hier und heute vielleicht noch nicht der passende Spender für Christian dabei ist, ist die Aktion ein großer Gewinn“, weiß Frank Hutschenreuter. Rein statistisch können jetzt fünf Erkrankte auf eine rettende Spende hoffen. Irgendwann ist auch für Christian der oder die Richtige gefunden, ist er überzeugt. Der Fanfarenzug mit seinen 38 Mitgliedern knüpft seine Hoffnungen an weitere große Typisierungen in der Region, aber auch international.

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„Nicht zuletzt ist die moralische Unterstützung für Christian wichtig“, betont Hutschenreuter. „Wenn in Zell vielleicht für einen Leidensgefährten die passende Knochenmarkspende und damit die Heilung gefunden würde, würde das Christian froh machen.“ Immer wieder strömten Freiwillige in den Ratssaal, um einen Wangenabstrich für die Typisierung vorzunehmen. Am Morgen hatte Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Kaiser den wichtigen Tag offiziell eröffnet.

50 Kuchen waren im Pfarrsaal der katholischen Kirche aufgetischt, alle für den guten Zweck gespendet. Denn jede untersuchte Speichelprobe kostet 35 Euro – Geld, das nicht vom Gesundheitssystem abgedeckt wird. Und so standen auch noch zwei gläserne Spendenboxen im Ratssaal, die am Nachmittag gut gefüllt mit Banknoten waren und sogar noch einen kleinen Überschuss erbrachten. „Wir sind total überwältigt von der Resonanz der Bürgerschaft“, bilanzierte auch Fanfarenzug-Sprecher Bernd Leimgruber.

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Duygu Keles vom DKMS sagt: „In 80 Prozent der Fälle können die benötigten Zellen aus dem Blut des Spenders herausgefiltert werden. In 20 Prozent der Fälle wird ein Kochenmark-Blutgemisch aus dem Beckenkamm entnommen.“ Der Empfänger erhält die rettenden Stammzellen intravenös, nachdem sein Immunsystem durch Chemotherapie herunter gefahren wird. Damit verliert Leukämie ihren Schrecken. Die 15-jährige Michelle beispielsweise sagt über ihren Behandlungserfolg: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch erleben darf “, schildert sie nach ihrer Heilung. Genau diesen Erfolg wünschen die Freunde vom Fanfarenzug und von der Handballabteilung des TV Zell ihrem erkrankten Mitglied: „Christian soll wieder gesund werden!“

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