Die AfD hat ihre Direktkandidatin für den Wahlkreis Waldshut 288 bei der Bundestagswahl 2017 nominiert. Martina Böswald setzte sich bei der Wahl in Titisee-Neustadt gegen vier weitere Bewerber durch. Die 50-jährige Rechtsanwältin aus Staufen im Breisgau konnte im zweiten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen.

Bei ihrer Vorstellung im Kurhaus in Titisee-Neustadt sprach Martina Böswald dem Islam den Status als Religion ab und nannte Flüchtlinge eine Belastung für den Sozialstaat. Die deutsche Wirtschaft müsse sich zudem wieder nationaler ausrichten. „Der Islam ist für mich keine Religion“, sagte Böswald. Religionen seien nicht aggressiv ausgerichtet, beim Islam sei das hingegen der Fall. Muslime könnten sich mit ihrer Sozialisation in Deutschland deshalb nicht integrieren. „Es gibt 57 muslimische Staaten in der Welt“, so Böswald. Flüchtlinge sollen deshalb dorthin gehen, „wo ihre Sozialisation passt und uns unsere bitte lassen“.

Böswald lebt in Staufen und arbeitet als selbstständige Anwältin in Pfaffenweiler. Die Mutter dreier Kinder war früher in der SPD aktiv und 2001 Zweitkandidatin im Wahlkreis des langjährigen Landtagsabgeordneten Christoph Bayer. Vor allem die Renten- sowie Familienpolitik der SPD bewogen sie laut eigener Aussage dazu, die Partei 2006 zu verlassen. 2016 ist sie in die AfD eingetreten. Seit Kurzem ist sie Sprecherin des Ortsverbundes Breisgau-Süd/Markgräflerland. Die Rentenpolitik soll einer ihrer zukünftigen politischen Schwerpunkte sein, das System müsse „auf andere Füße gestellt werden“.

Weitere Kandidaten

Martina Böswald ist die dritte Bewerberin aus dem AfD-Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald, die für ein Direktmandat bei der Bundestagswahl nominiert wurde. Volker Kempf, Vorsitzender im Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald, ist für den Wahlkreis Freiburg aufgestellt worden. Er war bereits als Landtagskandidat im Wahlkreis Breisgau angetreten und erreichte 11,5 Prozent der Stimmen. Volker Kempf sprach am Rande der Veranstaltung in Titisee-Neustadt davon, auch für einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste der AfD zu kandidieren.

Anhand der derzeitigen Umfragewerte der AfD gilt einer der ersten zehn Plätze auf der Landesliste als ein relativ sicheres Ticket in den Bundestag. Auf dem Parteitag der AfD in Kehl am Wochenende soll darüber entschieden werden, wer welchen Platz einnimmt. Es werden zahlreiche Kampfabstimmungen erwartet.