Es regnet wie aus Kübel, doch Waldbesitzer und Förster sind nicht aus Zuckerwatte. So kamen über 30 interessierte Bürger am Samstagmorgen auf Einladung des FDP-Stadt- und -Kreisverbandes zur Waldexkursion zum Waldstüble oberhalb von Wehr, um sich über die Waldproblematik und Lösungsmöglichkeiten aus erster Hand zu informieren. Erfreut begrüßte der Organisator FDP Kreisrat Klaus Denzinger die große Schar. Kreisforstamtsleiter Helge von Gilsa übernahm die Führung der Exkursion. Die zwei aufeinander folgenden heißen, trockene Sommer und die daraus resultierende Käferkalamität haben dem Wald extrem zugesetzt. „Das Hauptproblem kommt noch“, erklärt der Forstamtsleiter, „die vermeintlich gesunden noch mit grünen Baumspitzen ausgestatteten Bäume sind bei näherer Betrachtung aber auch schon vom Käfer befallen. Diese Bäume stellen die eigentliche Gefahr dar, denn darin wächst gerade eine neue Generation von Borkenkäfern heran.“

„Mit dem Wald wird zur Zeit kein Geld verdient. Es wurden im Landkreis über 250.000 Festmeter Käferholz eingeschlagen und weitere 800 Hektar sind stehend K. O.“, führte von Gilsa weiter aus. Holz ist im Übermaß auf dem europäischen Markt vorhanden. Das drückt den Preis pro Festmeter um 30 bis 40 Euro. Das Forstamt empfiehlt Waldgenossenschaften zu bilden, um Holz in Containern nach China zu verkaufen. „Es gibt keine einfache Lösung“, fasst Helge von Gilsa zusammen und stellte fest, „die Fichte ist nicht mehr Baumart erster Wahl, speziell für tiefe Lagen. Eine Alternative ist die aus Nordamerika stammende Douglasie, welche mit Trockenheit, Hitze besser umgehen kann und 30 bis 50 Prozent schneller wächst.“

Auf dem Rückweg stellte Revierförster Manuel Nägel mit dem Privatwaldbesitzer Denis Schimak eine Wiederbewaldung mit alternativen Baumarten vor. Je nach Beschaffenheit des Geländes wurden Douglasien, Edellaubhölzer wie die Kirsche und an trockenen Stellen Elsbeeren angepflanzt. Die Kosten für die Setzlinge betragen drei bis fünf Euro.

Am Ende des Rundganges machte der Forstamtsleiter darauf aufmerksam, dass es für Privatwaldbesitzer im Frühjahr Zuschüsse geben werde – für Flächen räumen, Entrinden, Mulchen und für Verkehrssicherungsmaßnahmen. Die Beantragung wird komplizierter und sollte mit dem Förster besprochen werden.