Im Zusammenhang mit der derzeitigen guten Konjunktur bietet das Gastgewerbe Arbeitsplätze und vor allem Ausbildungs- und Aufstiegschancen wie kaum jemals zuvor. Seit Jahren boomt der Tourismus, der inländische und auch der internationale Reiseverkehr nehmen ständig zu. Daraus resultierend, werden viele neue Hotels gebaut, die Reiseaktivitäten mit Kreuzfahrtschiffen gehen steil nach oben und gleichzeitig nimmt der Fachkräftemangel in dieser Branche ein bedenkliches Ausmaß an. Diese besonderen Umstände sind es wert, auf die Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Gaststättengewerbe ein besonderes Auge zu werfen.

Sabrina Lindt hat ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau von 2007 bis 2009 im Hotel „Feldeck“ in Oberlauchringen absolviert und wurde anschließend vom Betrieb übernommen. Sie ist dort nun seit zwölf Jahren im Service tätig. Im Bild ist Sabrina Lindt (links) beim Servieren von Speisen für Gäste des Hotels.
Sabrina Lindt hat ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau von 2007 bis 2009 im Hotel „Feldeck“ in Oberlauchringen absolviert und wurde anschließend vom Betrieb übernommen. Sie ist dort nun seit zwölf Jahren im Service tätig. Im Bild ist Sabrina Lindt (links) beim Servieren von Speisen für Gäste des Hotels. | Bild: Herbert Schnäbele
  • Welche Ausbildungsberufe werden im Landkreis Waldshut im Hotel- und Gaststättengewerbe angeboten? Hier werden folgende Ausbildungsberufe angeboten: „Koch/Köchin“, „Hotelfachmann/frau“ (Tätigkeit in allen Sparten: Service, Rezeption und Hoteletage), „Hotelkaufmann/-frau“ (kaufmännische Ausbildung im Hotelfach), „Fachmann/-frau für Systemgastronomie“ (Ziel: Betriebsleiter in einer Fastfood-Kette), „Restaurantfachmann/-frau“ (überwiegend Service am Gast, Wein- und Getränkekunde, Flambieren, Tranchieren, Weiterbildung zum Sommelier möglich) sowie „Fachkraft im Gastgewerbe“ (vereinfachte Ausbildung mit Schwerpunkt in der Gaststättenpraxis, Tätigkeiten: Theke, Frühstücksservice, Küche und Service allgemein). Mit Ausnahme des/der Fachmanns/-frau in der Systemgastronomie kann in allen Berufen die Meisterprüfung abgelegt werden.
  • Welche Voraussetzungen (Schulabschluss) müssen die Bewerber mitbringen? Im Gaststättengewerbe gibt es für alle Schulabschlüsse (Förderschule bis Abitur) entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten.
  • Wann beginnt das neue Ausbildungsjahr und wann endet hierfür die Bewerbungsfrist? Das Ausbildungsjahr beginnt jeweils am 1. August. Bewerbungen sind grundsätzlich bis unmittelbar davor möglich, es gibt keine Bewerbungsfrist als Ausschlussfrist. Maßgebend für die Zulassung ist der jeweilige Ausbildungsbetrieb.
  • In welchen Berufsfeldern besteht der größte Bedarf an Nachwuchskräften? Es besteht in allen Berufsfeldern Nachwuchsbedarf, am häufigsten fehlen Auszubildende beim Beruf Koch/Köchin und bei den Hotelfachleuten.
  • Gibt es Gemeinden oder Regionen im Landkreis Waldshut, wo der Bedarf am größten ist? Bedarf gibt es überall dort, wo sich Gastronomie befindet. Besondere Schwerpunkte sind im Landkreis Waldshut nicht vorhanden.
  • Ist der Schweizer Arbeitsmarkt ein großer Konkurrent für die Betriebe diesseits des Rheins? Für ausgebildete Fachkräfte gibt es eine verstärkte Nachfrage durch Schweizer Betriebe. Eine überproportionale Abwanderung von Auszubildenden ist allerdings nicht feststellbar.
  • Was verdient ein Auszubildender im ersten Lehrjahr (Koch, Restaurantfachmann und -frau, Hotelfachmann und -frau)? Auszubildende verdienen in allen Berufsfeldern im ersten Lehrjahr im Alter unter 18 Jahren 650 Euro, mit über 18 Jahren 730 Euro brutto.
  • Wie hoch ist das Einstiegsgehalt im ersten Jahr nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung? Das Anfangsgehalt direkt nach der Ausbildung beträgt generell 2100 Euro brutto.
  • Wo befinden sich die Berufsschulen für Auszubildende im Hotel- und Gaststättengewerbe? Die Berufsschulen befinden sich für den Bereich des Landkreises Waldshut in Villingen-Schwenningen. Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss können zusätzliche Qualifikationen sowie die Fachhochschulreife erwerben. Für Abiturienten (Restaurantfachmann/-frau und Koch/Köchin mit Zusatzqualifikation) gibt es eine Spezialklasse an der Dehoga-Akademie in Bad Überkingen.
  • Wie gut sind die Aufstiegschancen im Hotel- und Gaststättengewerbe? Für engagierte Mitarbeiter bestehen sehr gute bis hervorragende Aufstiegschancen bis zur Meisterprüfung, zum Betriebswirt oder bis zum Hotelmanagementstudium. Nach der dreijährigen Ausbildung kann die Meisterprüfung im Allgemeinen nach etwa fünfjähriger Berufserfahrung abgelegt werden, da die Praxiserfahrung eine wesentliche Grundlage für die spätere Karriere darstellt. Die Zeitkomponente hängt sehr stark von den persönlichen Fähigkeiten ab. Motivation und Leidenschaft sind unverzichtbar, Gastronomie ist alles andere als Alltag.
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