Freudestrahlend nahmen 23 Absolventen des Bildungsbereichs der Caritaswerkstätten Hochrhein ihre Zertifikate entgegen. Bei einer Abschlussfeier wurden ihre Leistung und ihr Durchhaltevermögen in der 27 Monate dauernden Qualifizierungsmaßnahme gewürdigt. Klaus Weißenberger, Leiter der beruflichen Bildung, lobte die Motivation der Absolventen und sagte: „Ich bin stolz auf jeden Einzelnen.“

Die Absolventen der Berufsbildung in der Caritaswerkstatt in Gurtweil Kooperationspartnern und Bildungsbegleitern.
Die Absolventen der Berufsbildung in der Caritaswerkstatt in Gurtweil Kooperationspartnern und Bildungsbegleitern. | Bild: Alfred Scheuble

Alle gehen nun einer Beschäftigung nach und erhalten so Teilhabe am öffentlichen Leben, ließ Baumgartner wissen. Er dankte auch den vielen Berufsbegleitern, die die Auszubildenden fit für das Arbeitsleben machten. Jedoch können sich nur wenige der Absolventen im freien Arbeitsmarkt behaupten, die meisten finden ihren Arbeitsplatz in den Caritaswerkstätten. Lediglich fünf konnten über das Projekt „Tandem IV“ in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingegliedert werden. Der Name Tandem verdeutlicht den gemeinsamen Weg der Beteiligten und die römische Zahl vier steht für die vier am Integrationsprozess beteiligten Partner. Die wichtigsten Kooperationspartner sind die Bundesagentur für Arbeit, der Kommunalverband für Jugend und Soziales, das Landratsamt und die Deutsche Rentenversicherung.

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Während der 27 Monate dauernden Qualifizierung erfolgen theoretische und handwerkliche Schulungen und es finden Praktika in unterschiedlichen Arbeitsfeldern innerhalb und außerhalb der Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) statt. So haben die Absolventen in dieser Zeit zum Beispiel verschiedene Werkstücke wie Flechtkörbe aus Weiden, Taschen aus Recyclingmaterial, diverse Spiele aus Holz sowie Briefbeschwerer und Würfel aus Metall gefertigt.

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Ziel ist die berufliche Qualifizierung und die anschließende Vermittlung auf einen passenden Arbeitsplatz. Die Caritaswerkstätten Hochrhein ermöglichen dadurch 600 Menschen mit geistigen, körperlichen sowie psychischen Beeinträchtigungen die berufliche Teilhabe.

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Einen interessanten Einblick in die seine Berufsbiografie gewährte der 43-jährige Absolvent Mark Baumgartner in seiner Rede. Nach 22 Jahren Berufstätigkeit musste er nach einer psychischen Erkrankung seinen Arbeitsplatz aufgeben. Es folgte eine monatelange Arbeitslosigkeit, ehe er im Berufsbildungsbereich wieder Fuß fasste und „wieder einen Sinn im Leben“ fand. Sein Selbstbewusstsein und die Sicherheit konnte er in Einzel- und Gruppengesprächen stärken.

Der Wert begleiteter Arbeitsplätze

Nach einer Umschulung vom Koch zum Mitarbeiter in der Lagerarbeit konnte er dann bald wieder die ersten Schritte in den allgemeinen Arbeitsmarkt wagen. Gegenwärtig arbeitet Mark Baumgartner im Projekt „Tandem IV“, das bedeutet, dass er zur Hälfte einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft belegt und die weitere Arbeitszeit in der Caritaswerkstatt verbringt. Dabei wird er von Jobcoaches und vom Sozialdienst betreut. Baumgartner sagte zum Schluss seiner eindrucksvollen Rede: „Ich bin froh, dass es begleitete Arbeitsplätze gibt.“