Der Kreistag ist ein politisches Gremium, das von vielen Menschen weit weniger wahrgenommen wird als der Gemeinderat oder der Landes- und der Bundestag. Doch spätestens die leidenschaftlichen Debatten im Jahr 2017 um die Schließung des Spitals Bad Säckingen und den Ausstieg der Stadt Waldshut-Tiengen aus der damaligen Spitäler Hochrhein GmbH haben gezeigt, wie wichtig und einflussreich das Gremium ist.

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Im Kreis Waldshut sind am Sonntag rund 120 000 Menschen aufgerufen, einen neuen Kreistag zu wählen. Dem Gremium werden mindestens 48 Kreisräte angehören und damit mindestens einer mehr als bisher. Der Grund: Im Vergleich zur Wahl 2014 hat sich die Zahl der Einwohner des Landkreises Waldshut erhöht und somit auch die Größe des Kreistags.

Das Wahlverfahren

Den Begriff einer „echten Teilortswahl“ gibt es nicht. Und doch lässt sich das Wahlverfahren für die Kreistagswahl mit „echter Teilortswahl“ am besten erklären. Für diese Wahl wird der Landkreis in sieben Wahlkreise eingeteilt, wobei die Kreisräte aus den einzelnen Wahlkreisen nur von den Menschen gewählt werden, die auch in den Wahlkreisen leben.

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Wie bei der echten Teilortswahl ist den Wahlkreisen auch bei der unechten Teilortswahl eine gewisse Zahl an Sitzen garantiert, allerdings darf dort jeder Kandidaten aus allen Wahlkreisen wählen. Bei der Kreistagswahl dürfen pro Bewerber bis zu drei Stimmen vergeben werden.

Die Wahlkreise

Wie groß der Kreistag tatsächlich werden wird, lässt sich erst nach Vorlage des Endergebnisses sagen. Mindestens aber werden dem Gremium 48 Kreisräte angehören. Der größte Wahlkreis ist der Wahlkreis Waldshut-Tiengen, dem noch die Gemeinden Dogern, Weilheim und Lauchringen angehören. Ihm stehen zehn Sitze zu.

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Acht Sitze stehen dem Wahlkreis Wutöschingen (mit Bonndorf, Wutach, Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf, Stühlingen und Eggingen) zu. Je sieben sind es in den Wahlkreisen Laufenburg (mit Albbruck und Murg) und Klettgau mit (Küssaberg, Hohentengen, Dettighofen, Jestetten und Lottstetten).

Sechs Sitze stehen dem Wahlkreis St. Blasien mit Görwihl, Herrischried, Todtmoos, Bernau, Ibach, Dachsberg, Häusern und Höchenschwand zu und je fünf sind es für die Wahlkreise Wehr mit Rickenbach und Bad Säckingen. Die Wahlkreise Laufenburg und St. Blasien wurden im Vergleich zur Wahl 2014 um je einen Sitz vergrößert, weil sich die Einwohnerzahl des Landkreises erhöht hat.

Überhangmandate

Wie viele Kreisräte dem Gremium tatsächlich angehören, ist abhängig von der Zahl der Überhangmandate. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in den einzelnen Wahlkreisen mehr Sitze erringt, als ihr vom Gesamtergebnis zustehen.

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Das passiert insbesondere dann, wenn eine Partei in einem Wahlbezirk ein besonders gutes Ergebnis erzielt oder nur in einem Wahlkreis antritt und dort einen Sitz gewinnt. Konkret: Gelingt es den Linken, im Wahlkreis Bad Säckingen eines der fünf Mandate dort zu gewinnen, lässt dies den Schluss auf etliche Überhangmandate zu.

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Die Linken treten nämlich nur im Wahlkreis Bad Säckingen an und am Ende bekommen alle anderen Listen so viele zusätzliche Mandate, bis das Kräfteverhältnis im gesamten Kreis wieder stimmt. Aktuell gibt es ein Überhangmandat, in der Wahlperiode von 2009 bis 2014 waren es deren sieben.

Die Listen

Um die 48 Sitze im künftigen Kreistag bewerben sich 333 Kandidaten auf insgesamt sieben Wahlvorschlägen. Alle sieben Wahlvorschläge finden sich aber nur im Wahlkreis Bad Säckingen auf dem Stimmzettel; die Linke tritt sonst nirgends an. Und die AfD findet sich nicht im Wahlkreis St. Blasien. Aktuell stellt die CDU 19 Kreisräte, die Freien Wähler deren elf, die SPD acht, die Grünen fünf, die FDP drei und die Linke einen.

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Neue Gesichter

Von den 47 aktuellen Kreisräten werden elf nicht mehr kandieren. Das heißt, Stefan Dorfmeister, Rainer Kaskel, Jürgen Link, Joachim Tröndle (CDU), Josef Klein, Stefan Ruppaner, Hubert Strittmatter (Freie Wähler), Sylvia Döbele, Karin Rehbock-Zureich, Ulrich Schoo (SPD) und Norbert Portele von den Linken werden dem neuen Kreistag nicht mehr angehören. Im Verlauf der Periode 2014 bis 2019 ausgeschieden sind Hans-Eugen Tritschler (Grüne) und Martin Albers von der CDU.

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Christian Behringer, der Bürgermeister der Gemeinde Grafenhausen, sitzt derzeit für die CDU im Kreistag. Bei der Wahl am kommenden Sonntag aber wird er als Spitzenkandidat für die Freien Wähler im Wahlkreis Wutöschingen antreten. Mit Spannung erwartet wird, wie der neue Oberbürgermeister von Waldshut-Tiengen, Philipp Frank, abschneiden wird. Er tritt im Wahlkreis Waldshut auf Listenplatz 6 für die CDU an.

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