Rund 70 Selbsthilfegruppen gibt es im Landkreis Waldshut. Sie sind größtenteils gesundheitsbezogen und bieten ihren Mitgliedern Austausch und Information. Sie ergänzen die professionellen Therapien des Gesundheitswesens und werden von Krankenkassen gefördert. Wer Fragen rund um Selbsthilfegruppen hat, für den ist seit Sommer 2017 das Landratsamt die richtige Anlaufstelle.

Auch Beratung bei der Gründung

Dort wurde unter dem Dach des Gesundheitsamts die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, kurz KISS genannt, eingerichtet. Besetzt ist sie mit der Diplomsozialarbeiterin Nicole Schäfer. Damit hat der Landkreis die Aufgaben rund um die Selbsthilfe übernommen, die zuvor in den Händen der AOK Hochrhein-Bodensee lagen. Es ist gängige Praxis, dass die Selbsthilfe von Landratsämtern begleitet und koordiniert wird. Hauptaufgaben von Nicole Schäfer sind die Beratung bei der Gründung von Selbsthilfegruppen und die Begleitung und Förderung ihrer Arbeit, Bekanntheit und Außendarstellung, beispielsweise durch Flyer. So weit als möglich, unterstützt sie auch bei der Suche nach geeigneten Räumen.

Vertraulich und kostenlos

Grundsätzlich ist sie Ansprechpartnerin für alle Anliegen rund um Selbsthilfegruppen. Ihre Dienstleistungen sind vertraulich und kostenlos. Weiterhin verwaltet Schäfer die Online-Datenbank des Kreises mit einer Liste der Selbsthilfegruppen und deren Kontaktdaten. Sie bittet darum, dass ihr neue Selbsthilfegruppen oder Änderungen bei bestehenden mitgeteilt werden. Nach ihrer Aussage, ist der Bedarf an Selbsthilfegruppen im Landkreis groß.

Foren im Internet können persönliche Gespräche nicht ersetzen

Immer wieder würden neue entstehen, vor allem im Bereich der psychischen Erkrankungen. Ein Problem sieht Nicole Schäfer allerdings in der Überalterung vieler Gruppen. Sie geht davon aus, dass Jüngere eher in Foren im Internet das virtuelle Gespräch suchen, ersetzen könne dies aber den persönlichen Austausch nicht. Schon etliche Selbsthilfegruppen im Landkreis hat Nicole Schäfer besucht und kennt ihre Stärken: „Sie sind ein Auffangnetz, man hilft und stärkt sich gegenseitig, es ist ein Geben und Nehmen.“