Wie in allen Branchen verändert sich auch die Welt der Banken. Diese Entwicklung macht vor den regionalen Instituten nicht Halt. Die Digitalisierung im Finanzgeschäft macht sich auch bei der Volksbank Rhein-Wehra deutlich bemerkbar.

Darauf machte Vorstandschef Werner Thomann bei der Vorstellung seiner Geschäftszahlen aufmerksam. Mittlerweile seien mehr als 50 Prozent der Volksbank-Kunden bei Bankgeschäften online unterwegs. Für Thomann ist das die Herausforderung der Zukunft, gleichzeitig kämen andere Widrigkeiten für die Bank hinzu – wie etwa die seit Jahren niedrigen Zinsen und die zunehmende Regulatorik des Bankwesens.

Vorstandschef Werner Thomann (links) und sein Vorstandskollege Martin Walz präsentieren die Geschäftszahlen aus 2018.
Vorstandschef Werner Thomann (links) und sein Vorstandskollege Martin Walz präsentieren die Geschäftszahlen aus 2018. | Bild: Volksbank

"Extremer Wachstumskurs" hält an

Gerade vor diesem Hintergrund freute sich der Bankdirektor, dass die Volksbank Rhein-Wehra ihren „extremen Wachstumskurs“ der letzten Jahre auch in 2018 weiter fortsetzen konnte.

Zehn Prozent ist bei dem Bad Säckinger Bankhaus die Bilanzsumme auf knapp 1,12 Milliarden gewachsen, ebenso das erweiterte Geschäftsvolumen, das jetzt bei 1,8 Milliarden Euro liegt.

Thomann betonte gleichzeitig die Notwenigkeit solchen Wachstums, um im Vergleich zum Vorjahr nicht abzufallen: „Banken müssen heute deutlich mehr Volumen bewegen, um denselben Betrag zu erwirtschaften.“

Der Jahresüberschuss der Volksbank liegt mit etwas über zwei Millionen Euro im Bereich der Vorjahre. Die Dividende an die Mitglieder bleibt unverändert bei drei Prozent.

Digitalisierung bringt massive Veränderungen

Vorstandschef Werner Thomann sieht große Veränderungen auf das Bankwesen zukommen. Die Digitalisierung aller Lebensbereiche führe auch auf dem Bankenwesen zu neuen Entwicklungen.

Konkret seien die Transaktionen der Kunden am Schalter sowie an den Automaten und Kontoauszugsdruckern stark rückläufig. Dieser Umstand führt im Übrigen bei allen Banken zu Strategiewechseln.

Filialen sollen zumindest mit Automaten erhalten bleiben

Gerade regionale Institute, die mit einem großen Filialnetz in der ländlichen Fläche präsent sind, spüren die Kundenrückgänge in den Geschäftsstellen. Die Zahl der mit Personal besetzten Filialen geht bei allen regionalen Banken zurück, gleichwohl versucht die Volksbank Rhein-Wehra in Summe die Zahl der Standorte zwischen Rheinfelden und Dogern durch die Einrichtung von elektronischen Geschäftsstellen zu erhalten.

Dies betrachte die genossenschaftliche Volksbank als Pflicht, sagte Thomann, auch wenn die Kundenzahlen in den elektronischen SB-Standorten jenseits aller Wirtschaftlichkeit lägen. Mehr als die Hälfte der 35.000 Volksbankkunden seien heute digital unterwegs, Tendenz steigend, sagte Thomann, hebt das Smartphon hoch und fügt hinzu: „Damit werden schnelle Bankgeschäfte in Zukunft erledigt“.

Immer mehr Kunden online unterwegs, zugleich steigender Beratungsbedarf

Gleichzeitig steige aber der Anspruch des Bankkunden an die Beratung. Der Kunde sei heute durch digitale Möglichkeiten besser informiert, was bei dem heutigen Produktdschungel einer Bank eine höhere Qualifizierung des Personals nötig machen, so Thomann.

In seinem Ausblick ging der Bankchef davon aus, dass die Niedrigzinsphase weiter anhalten werde. Er prognostiziert fürs laufende Jahr eine ähnlich Bau- und Investitionstätigkeit wie 2018. Deshalb werde das Kreditgeschäft ähnlich stark bleiben, wie in den vergangenen fünf Jahren. 2018 stieg das Kreditvolumen um zehn Prozent.

Um 18 Prozent sind laut Thomann die Kundeneinlagen gestiegen. Gleichzeitig betonte er, dass bei der Volksbank nach wie vor keine Negativzinsen erhoben werden. Dies, obgleich der Provisionsüberschuss (zu dem auch Bankgebühren gehören) die Zinseinbußen nicht ausgleichen könnten.

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