Kreis Waldshut Bald mehr Betten im Spital Waldshut

Grund ist die Schließung des Spitals in Bad Säckingen zum 31. Dezember. Ein Sozialplan ist für beide Standorte geplant.

Nach der Waldshuter Kreistagsentscheidung, das Spital in Bad Säckingen zum 31. Dezember zu schließen, hat Hans-Peter Schlaudt, Geschäftsführer der Spitäler GmbH, gestern Mitarbeitergespräche in beiden Spitälern geführt. Er informierte die Belegschaft darüber, dass es einen Sozialplan geben soll, der nicht nur das Bad Säckinger, sondern auch das Waldshuter Krankenhaus betreffen wird. Fest steht, dass laut Schlaudt in Waldshut nicht die komplette Belegschaft aus Bad Säckingen übernommen werden kann.

Als nächstes geht es laut Schlaudt jetzt daran, gemeinsam mit der Stadt Bad Säckingen, dem Landkreis Waldshut und der Spitäler GmbH erste Weichen für den Gesundheitscampus und das altersmedizinisches Zentrum in der Kurstadt zu stellen. In der kommenden Kreistagssitzung am 13. Dezember sollen bereits erste Entscheidungen getroffen werden. Schlaudt: "Wir denken in alle Richtungen. Wir werden schauen wie wir uns aufstellen, auch, vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, die nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte betrifft." So könnte sich Schlaudt vorstellen, dass sich beim Gesundheitscampus nicht nur Arztpraxen, Apotheken und Sanitätsgeschäfte ansiedeln, sondern beispielsweise auch ein Altersheim und ein Hospiz. "Alles können wir aber aus eigener Kraft nicht stemmen, weshalb wir Kooperationspartner benötigen werden." Die Geriatrie, die bisher in Bad Säckingen angesiedelt ist, soll vorübergehend in Waldshuter Spital untergebracht werden, weil das komplette Gebäude still gelegt werden soll. Die Kosten hängen laut Schlaudt von der Größe und dem Angebot des Gesundheitscampus ab. Deshalb könnten jetzt noch keine Schätzungen abgegeben werden. Zur Verfügung stehen derzeit 12,7 Millionen Euro, die der Kreistag im Februar zugesichert hat.

Derzeit gebe es in Bad Säckingen rund 60 belegbare Betten, in Waldshut sind es rund 250. Schlaudt: "Wir haben in Waldshut Kapazitäten für bis zu 300 Betten." Somit hätte das Spital genügend Platz nach entsprechenden Umbauarbeiten, um die Patienten aus dem westlichen Kreis aufzunehmen. "Weil wir nicht exakt zum 31. Dezember den Betrieb in Bad Säckingen einstellen können, werden wir einen Zeitpunkt vereinbaren, bis zu dem wir Patienten aufnehmen werden." Bis Weihnachten sollen die Kapazitäten in Waldshut im stationären Bereichen ausgeweitet werden. Schlaudt:"Da stehen wir vor einer großen Herausforderung."

Ob sich die Patienten aus dem westlichen Kreis künftig auch tatsächlich in Waldshut behandeln lassen, dazu erklärte Schlaudt: "Es gibt zwei Arten von Patienten. Den einen ist es egal, wo sie behandelt werden, Hauptsache, die Qualität und die Entfernung stimmen. Die anderen hingegen werden emotional bedingt nicht nach Waldshut gehen."

Noch ungeklärt ist, wo genau sich der Gesundheitscampus befinden soll. Es gebe Überlegungen, den Campus auf dem Grundstück des jetzigen Spitals zu errichten. Hans-Peter Schlaudt: "Das einzige, was wir sicher sagen können ist, dass der Campus nicht im jetzigen Krankenhausgebäude untergebracht wird." Denn die Kosten für die Sanierung würden überproportional hoch sein. Schlaudt rechnet damit, dass der Beginn der Realisierung in 1,5 bis zwei Jahren sein wird.

Spitäler Hochrhein GmbH

Die Spitäler Hochrhein GmbH besteht aus der Stadt Waldshut-Tiengen, die mit 60 Prozent Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens ist, und dem Landkreis Waldshut, der 40 Prozent trägt. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Landkreis und Stadt zum Ausstieg Waldshut-Tiengens aus der GmbH. Bis es so weit ist, ist die Stadt über die Spitäler GmbH neben Landkreis und der Stadt Bad Säckingen als Träger bei der Konzeptentwicklung des Gesundheitscampus' Bad Säckingen dabei.

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