„Wenn die Temperaturen am frühen Morgen wieder deutlich über null Grad liegen und regnerisches Wetter herrscht, beginnt die alljährliche Amphibienwanderung“, darauf weist das Landes-Verkehrsministerium hin. Oft müssen die Tiere dabei viel befahrene Straßen überqueren. Schon im vergangenen Jahr startete die Krötenwanderung früher, beispielsweise auf dem Waldshuter Aarberg.

Was Autofahrer beachten sollten

Verkehrsminister Winfried Hermann appelliert an die Verkehrsteilnehmer: „Fahren Sie im Bereich der Querungsstellen bitte mit erhöhter Vorsicht und deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Dies dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch Ihrer eigenen Sicherheit! Insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden sollten Sie besonders aufmerksam sein, da dann viele Frösche, Kröten und Molche unterwegs sind.“

Auch Molche landen in den Eimern entlang der Krötenzäune.
Auch Molche landen in den Eimern entlang der Krötenzäune. | Bild: Nathalie Göbel

Die Reduzierung der Geschwindigkeit sei besonders wichtig, da die Tiere auch dann qualvoll sterben, wenn sie nicht von den Reifen überfahren werden. Dem Druck, der unter dem Auto beim schnellen Überfahren entsteht, würden die weichen Körper nicht standhalten. Experten raten zu Tempo 30. Dort wo Schutzzäune errichtet sind, sollten außerdem Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf jeden Fall beseitigen.

Ein Laubfrosch.
Ein Laubfrosch. | Bild: Stefan Sauer

Seit Langem wird bei den Amphibien ein Artenschwund beobachtet, seit Jahrzehnten sind einige Tierarten immer stärker gefährdet. Dabei spielen Straßen eine entscheidende Rolle, denn oft ist es für Amphibien nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Stark befahrene Straßen sind ein besonders großes Hindernis für die Tiere. Viele werden jedes Jahr überfahren.

Sicherheit auch für Menschen

Besondere Vorsicht sei auch deshalb geboten, weil während der Amphibienwanderzeit wieder viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, oftmals in der Dunkelheit oder Dämmerung, im Einsatz sind. So brachte die BUND-Ortsgruppe Waldshut-Tiengen 2015 schon 355 Kröten, Frösche und Molche sicher zum Laichgewässer.

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Man kennt die mobilen Fangzäune an den Straßenrändern vielerorts am Hochrhein und im Südschwarzald. Hinter den Krötenzäunen befinden sich Eimer. Dort landen die Tiere und werden dann von Helfern über die Straße gebracht – jeden Tag. Mancherorts sind das bis zu tausend Tiere in der Wanderungszeit.

Land fördert den Amphibienschutz

Baden-Württemberg will in den kommenden Jahren im Rahmen der Umsetzung des „Landeskonzeptes Wiedervernetzung an Straßen“ viele fest installierte Amphibienschutzanlagen bauen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Zum Wissen über die Wanderstrecken der Amphibien, holte das Land den Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg mit ins Boot. „Im Zuge dieses Projektes lieferten zahlreiche Ortsgruppen des NABU Baden-Württemberg, des BUND Baden-Württemberg und weitere Naturschutzverbände sowie die Regierungspräsidien, Landratsämter und Stadtkreise wertvolle Daten zu bekannten Amphibienwanderstrecken“, heißt es aus dem Ministerium.

Und weiter: „Um die Wiedervernetzung auch an Straßen, die nicht in der Baulast des Landes liegen, rasch voranbringen, fördert das Verkehrsministerium Amphibienschutzanlagen an kommunalen Straßen.“ Seit dem 1. Januar 2020 bestehe die Möglichkeit, kommunale Wiedervernetzungsprojekte, wie beispielsweise den Bau von Amphibienschutzanlagen, zu Fördern. Der Rahmen sei das novellierten Landesverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG). Verkehrsminister Hermann bittet die Kommunen: „Machen Sie von den Fördermöglichkeiten regen Gebrauch.“ Weitere Informationen zum Landeskonzept Wiedervernetzung finden Sie hier.