Ein Hund? Niemals! Als meine Frau den Wunsch äußerte, wir möchten uns einen Hund anschaffen, war ich entschieden dagegen. Offenbar nicht entschieden genug, denn ein paar Wochen später hatten wir einen Vizsla-Welpen, weiblich, dem wir den Namen Mia gaben.

Der Start in ein neues Leben

Das ist jetzt fünf Jahre her und war der Start in ein neues Leben, in dessen Verlauf sich einiges verändert hat. Zum Beispiel: Es wird daheim häufiger gelacht; meine Füße sind offenbar gewachsen, weil sie nicht mehr in die Schuhe von vor dem Hundeleben passen; ich habe oft Hunger und esse entsprechend, nehme aber nicht zu; wir sind jetzt drei, die gerne frühstücken; ich kann den Regen riechen lange bevor er fällt; ich interessiere mich für Kleidung, aber nur für wetterfeste; ich finde Filme, die eigentlich schlecht sind, ganz prima, wenn Hunde darin mitspielen.

Mia verändert auch das Umfeld

Auch andere Menschen in unserem Umfeld haben Veränderungen durchlebt. Ein Neffe hat durch die Bekanntschaft mit Mia die Furcht vor Hunden weitgehend abgelegt. Mein Vater, sonst allergisch gegen Hunde, lässt Mia jetzt beim Kaffee neben sich sitzen und streicht ihr über den Kopf, sodass meine Mutter sagt: „Er macht sich.“ Mit Mia haben wir andere Leute mit Hunden kennen gelernt, es hat sich eine Freundschaft ergeben.

Schlechte Zeiten schweißen zusammen

Natürlich gab und gibt es auch schlechte Zeiten. Verletzungen, Krankheiten. Mia hat einmal beim Spielen einen schweren Unfall erlitten, der ihr fast das Leben gekostet hätte. Wir haben alles daran gesetzt, dass sie wieder gesund wird. Das hat uns noch mehr zusammen geschweißt. Mia hält uns fit und stellt dafür keine Rechnung. Meine Frau hat den Namen „Mamma Mia“ bekommen.

Mia ermöglicht mir viele Sonnenaufgänge

Ich gehe jeden Tag zwischen 7 und 7.30 Uhr mit dem Hund auf die erste Runde, weshalb ich in meinem ganzen vorherigen Leben nicht so viele Sonnenaufgänge gesehen habe wie in den letzten fünf Jahren. Und wenn mir jemand sagt, „Schütz, du bist auf den Hund gekommen“, denke ich: „Zum Glück.“