Sechs Wochen lagen die Pläne zum Bau des Pumpspeicherkraftwerkes Atdorf zur Einsichtnahme im Landratsamt und in den Rathäusern aus. Nach der Offenlage, die am Montag auslief, besteht noch bis zum 13. Juni die Möglichkeit, Einspruch einzulegen.

Seit Jahren wird über das Projekt Atdorf diskutiert und gestritten. Da sind die Energieunternehmen, die den Bau eines weiteren Speichers für unverzichtbar erklären, um die großen Schwankungen bei der Stromerzeugung aufzufangen. Auf der anderen Seite die Bürgerinitiative Atdorf, die das Vorhaben als Anachronismus bezeichnet und mögliche Folgen für Umwelt und Lebensqualität in der Region aufzeigt. Jetzt trafen sich im Unteralpfener Brunnmatthof die Gegner des Projektes, um ihre Haltung zu untermauern und Alternativen aufzuzeigen.

Anwesend waren der BI-Vorsitzende Michael Peter, der Liedermacher und Protestsongwriter Roland Kroell und Peter Brendlin als Vertreter der "Rosch Kinetik Power", die Systeme zur alternativen Stromgewinnung anbietet. Beklagt wurde in der Runde, dass mit der massiven Subventionierung der Windkraft- und Solaranlagen bereits im Vorfeld die Weichen falsch gestellt wurden. "Wir wenden uns gegen die Industrialisierung der Natur in unberührten Landschaften und Erholungsgebieten", so Roland Kroell. "Wir sind gegen Pumpspeicher, die an Windparks gekoppelt sind".

Er kritisierte auch die voreilig in die Wege geleitete Energiewende "mit überholter Technologie, die unsere Landschaft weitflächig zerstört und längst als ineffizient eingestuft wurde". Seine Botschaft lautete: "Es gibt bessere, sauberere und effizientere Systeme zur Energiegewinnung, die ohne Pumpspeicher und neue Stromtrassen auskommen."

Seit Jahren wehre sich die BI Atdorf, so Michael Peter, gegen die Pläne des Schluchseewerkes und gegen die mit dem Projekt verbundenen Unwägbarkeiten für Natur, Mensch und Tier. Dass es inzwischen alternative Systeme gibt, zeigte Peter Brendlin mit dem Projekt "Kinetik Power Plant" (KPP) auf, einer Technik zur dezentralen und autonomen Stromerzeugung, die kosteneffizient, umweltschonend, bedarfsgerecht und verbrauchernah eingesetzt werden kann. Eine Probeanlage steht bei Köln. In der Anlage wird die Auftriebskraft von Luft in Wasser zur Energiegewinnung genutzt. Kein "Perpetuum mobile", so Peter Brendlin, aber eine effiziente Methode, Energie rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr zu gewinnen. Brendlin beklagte, dass man sich in Deutschland einseitig festgelegt habe und die Lobby für eine alternative Energieerzeugung fehle.