Die neu gemeldeten Infektionsfälle im Landkreis Lörrach haben in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen. So stark, dass im Landkreis nun die erste kritische Marke bei der 7-Tages-Inzidenz erreicht wurde: Die lag am 20. Oktober bei 37,1 und damit über der festgelegten Grenze von 35. Bereits im Mai wurde die 7-Tages-Inzidenz als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen festgelegt. Entsprechend des Corona-Stufenkonzepts des Landes sind für solche Infektionszunahmen auf regionaler Ebene „Regionale Beschränkungen“ vorgesehen. Das heißt, nach dem
Infektionsschutzrecht können die zuständigen Behörden weitergehende Maßnahme
zum Schutz vor Infektionen erlassen.

1. Droht ein Lockdown im Kreis Lörrach?

Aktuell ist nicht mit weiteren Beschränkungen im Landkreis zu rechnen, wie Mai-Kim Lam, Sprecherin des Landratsamts Lörrach auf Anfrage des SÜDKURIER am Dienstag erklärte: „Durch die neue Corona-Verordnung des Landes, die seit gestern gilt, wurden Ansammlungen und private Feiern deutlich beschränkt und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erheblich ausgeweitet. Maßnahmen für diese Bereiche, die beim Erreichen der 35er-Grenze der 7-Tage-Inzidenz vorgesehen waren, sind damit bereits jetzt Rechtslage.“

Allerdings könnte es dennoch auf lokaler Ebene zu Verschärfungen der Vorgaben kommen, denn: „Wir werden die Lage weiter beobachten und prüfen, ob und wie lokale Maßnahmen in Ergänzung zu den neuen Regelungen gegebenenfalls notwendig sind oder werden“, so Lam. Das Landratsamt könne hier nach Infektionsschutzrecht Empfehlungen an die Städte und Gemeinden aussprechen. „Eine Empfehlung für striktere Regelungen als durch die Verordnung festgelegt, gibt es von unserer Seite im Moment jedoch noch nicht.“

2. Was wird aktuell getan, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen?

Der Fokus liegt aktuell vor allem auf der Umsetzung der geltenden Maßnahmen. Lörrachs Landrätin Marion Dammann sagte am Dienstag: „Wenn wir verhindern wollen, dass diese Pandemie einen unkontrollierten Verlauf nimmt, bleibt uns nur, die Corona-Regeln wieder strikt zu befolgen.“ Sie appellierte an die Einwohnerinnen und Einwohner, Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren und Menschenansammlungen zu vermeiden. Das ist verständlicherweise nicht leicht, aber im Moment der einzige Weg“, so Damann. Auch das Gesundheitsamt arbeite intensiv daran, alle bestätigten Infektionen zurückzuverfolgen.

3. Was passiert, wenn der Wert weiter steigt?

Dazu erklärte die Landrätin, dass dies weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens nach sich ziehen werde. Mai-Kim Lam präzisierte: „Eventuell erweiterte Maßnahmen hängen von der konkreten Situation ab und müssen mit den Städten und Gemeinden besprochen werden, wenn es soweit ist.“ Das Landratsamt beobachte die Entwicklungen im Landkreis genau und stehe mit den Städten und Gemeinden sowie mit den Landkreisen in der Region in Kontakt.

4. Wann ist mit weiteren Beschränkungen zu rechnen?

Sollte die 7-Tages-Inzidenz den nächsten Grenzwert von 50 erreichen, seien weitere Verschärfungen in Abhängigkeit der lokalen Lage vom Landratsamt zu prüfen. Landrätin Dammann: „Wir alle müssen versuchen, mit unserem Verhalten dazu beizutragen, dass es nicht soweit kommt.“
In Baden-Württemberg lag die 7-Tages-Inzidenz am 20. Oktober bei 48,8.

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