Sven Kunz aus Bad Zurzach bewarb sich einst für die Schweizer Castingshow „Musicstar“, er wollte auch schon Trainer der Fußballnationalmannschaft werden. In einem Motivationsschreiben an den Fußballverband empfahl er sich 2008 als Nachfolger von Köbi Kuhn. Für beides reichte es nicht. Immerhin hat es Sven Kunz im vergangenen Jahr an der Fasnacht zum „Zurzacher des Jahres“ geschafft.

Der 35-Jährige ist im Bezirkshauptort als Paradiesvogel bekannt. „Das ist ja per se nichts Schlechtes“, sagt Kunz. Jemand hat ihn einmal als Peter Pan bezeichnet. Einer, der nicht erwachsen werden möchte. Er mache einfach das, worauf er Lust habe, entgegnet er.

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Dass Kunz, der in einer Scanningfirma digital Daten für Kunden zusammenträgt, nicht nur Flausen im Kopf hat, ist in Bad Zurzach ebenfalls hinlänglich bekannt. 2015 initiierte er auf seiner Facebook-Seite „Svenschen helfen Svenschen“ einen Adventskalender für einen guten Zweck. Der Erlös kam Stiftungen und Organisationen zu Gute, wie beispielsweise der Krebsliga oder der Aktion „Denk an mich“. Bis heute sind so über 16.000 Franken zusammengekommen.

Diese Woche hat Kunz nun seine neueste Idee ins Leben gerufen. Er bietet Menschen, die unter den Folgen der Coronakrise materiell leiden, Gutscheine an: „Es gibt Personen, denen geht es derzeit nicht gut.“ Im Gegensatz zu ihm. „Ich habe nach wie vor meinen Job, kann mir Sachen leisten und eben auch einmal auf etwas verzichten.“

Bad Zurzach erhält eigene Währung: Diese Gutscheine können Personen in ausgewählten Restaurants und Läden einlösen.
Bad Zurzach erhält eigene Währung: Diese Gutscheine können Personen in ausgewählten Restaurants und Läden einlösen. | Bild: privat

Statt eines Rindsfilets kaufe er sich jetzt eher ein Hähnchenschnitzel. Deswegen gehe es ihm nicht schlechter, aber er fühle sich besser. Mit der Aktion will er einen Beitrag leisten und das Bewusstsein in der Gesellschaft schärfen, sagt Kunz. „Viele reden von Hilfe, nur wenn es darauf ankommt, unternehmen sie dann doch nichts.“

Unterstützung vom Gewerbe

Kunz spendet bis auf Weiteres monatlich 300 Franken aus der eigenen Tasche. Die Leute können sich bei ihm via Facebook, Instagram oder E-Mail melden und erhalten dann eigens von ihm produzierte 20-Franken-Gutscheine, die sie in Restaurants oder Läden in Bad Zurzach einlösen können. Wer wie viel erhält, will er von Fall zu Fall entscheiden.

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Die Aktion ist im Dorf breit abgestützt. Rund ein Dutzend Betriebe haben ihre Unterstützung bereits zugesichert. Die von Kunz entworfenen Coupons können vor Ort eingelöst werden. Seine Hilfsbereitschaft hat bereits ein großes Echo ausgelöst. „Die positiven Reaktionen freuen mich natürlich“, sagt Sven Kunz. Er hat auch schon Anfragen von Personen erhalten, die sein Projekt finanziell unterstützen möchten.

Kunz versichert, dass die Abgabe streng vertraulich erfolgt. Die Leute sollen die Gutscheine ohne Scham nehmen. „Sich helfen lassen ist nichts Negatives.“ Vielleicht sei er irgendwann selbst einmal froh, wenn er auf Unterstützung zählen könne.

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