808 Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes gibt es im Landkreis Lörrach, diese haben im vergangenen Jahr 271 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Mehr als ein Viertel der Betriebe sind im Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) organisiert. Bei der Herbstversammlung in der Krone in Wiechs warb der Kreisvorsitzende Mike Kiefer vom Hotel Löwen in Zell für das Engagement des Verbands in Sachen einheitlicher Umsatzsteuersatz. Auch die Digitalisierung war Thema.

Wer Essen gehen möchte, sucht sich oft sein Restaurant mit Hilfe des Internets aus. Man sucht die Öffnungszeiten, wirft einen Blick auf die Speisekarte. 77 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe sind mit Homepages im Netz präsent. „Was tun die anderen 23 Prozent?“, fragt Andreas Hartnagel von der Dehoga-Akademie, der zur Versammlung gekommen war, um für die „Gastfreundschaft digital“ zu werben. Es gibt viele Modelle, dem Gast digital den Weg ins Restaurant zu weisen. Die Homepage ist wohl die Wichtigste. Wer sich nach drei Sekunden auf einer Homepage nicht zurechtfindet, der gibt wieder auf, sagt der IT-Berater. Gutscheine lassen sich verwalten, Social-Media-Plattformen können entsprechend bearbeitet werden, so Andreas Hartnagel.

Um über zehn Prozent ist der Umsatz im vergangenen Jahr im Gaststättengewerbe gestiegen. 6700 Menschen arbeiten im Landkreis in der Gastronomie, das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr, wohingegen die Ausbildungsverträge um fast vier Prozent zurückgegangen sind. Der Verband ist an allen Ausbildungsbörsen präsent und klagt doch über Nachwuchsmangel.

Ein weiteres Anliegen war dem Kreisvorsitzenden die Vereinheitlichung der Steuersätze in der Gastronomie. Lebensmittel haben sieben Prozent Umsatzsteuer; wer Essen geht, muss 19 Prozent Umsatzsteuer bezahlen. Stehimbiss ist ein Sieben-Prozenter, der Betreiber eines Stehimbisses mit Sitzgelegenheit muss 19 Prozent verlangen. Eine Hotelübernachtung kostet sieben Prozent, das dazugehörige Frühstück 19 Prozent, ein Partyservice, der sein Essen mit Porzellangeschirr liefert, muss 19 Prozent berappen. Derjenige, der auf Plastikwegwerfteller setzt, muss nur sieben Prozent Steuer abführen.