Der Lörracher Kreistag trägt die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland mit. Daher hat er Landrätin Marion Dammann einstimmig beauftragt, dies durch die Unterzeichnung der Charta im Namen des Landkreises zu dokumentieren.

Ziel der Charta ist, in einer nationalen Strategie Sterben, Tod und Trauer als Teil des Lebens zu begreifen, dies im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verändern und allen Menschen ihren Bedürfnisse entsprechend einen gerechten Zugang zu einer würdevollen Begleitung und Versorgung am Lebensende zu ermöglichen. Wie sieht die Situation im Landkreis Lörrach aus? Folgend ein Überblick zu Palliativversorgung im Landkreis Lörrach, also die Betreuung und Behandlung von Menschen, die nach fortgeschrittener Erkrankung nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben.

  • Ambulante Hospizgruppen: Geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten sterbende und schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen zu Hause, im Krankenhaus oder auch im Pflegeheim. Es gibt auch Angebote für trauernde Erwachsene und Kinder. Die Begleitungen sind kostenlos.
  • Kontakt: Grenzach-Wyhlen (begleitet auch in Lörrach, Weil am Rhein und Rheinfelden), Telefon 07621/579 10 42, Markgräflerland, Telefon 07631/17 26 82, Kleines Wiesental, Telefon 07629/14 65, Kandern, Telefon 07626/91 41 20, Schopfheim, Telefon 07622/69 75 96 50.
  • Stationäres Hospiz: Das 2010 eröffnete Hospiz am Buck in Lörrach nimmt Patienten im Endstadium einer Erkrankung auf, die absehbar in den nächsten Tagen, Wochen oder ein paar Monaten sterben werden, um ihnen in einer häuslichen Atmosphäre ein würdevolles Leben und Sterben zu ermöglichen. 2017 wurden 96 Menschen aufgenommen, aber 325 Anträge gestellt. Daher ist eine Erweiterung in Planung. 90 Prozent der Kosten tragen die Kranken- und Pflegekassen; zehn Prozent müssen die Träger St. Josefshaus Herten, Diakonie und Caritas aufbringen.
  • Spezielle Versorgung: Einige Hausärzte im Landkreis behandeln Palliativpatienten. Gesetzlich haben Versicherte mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung aber auch Anspruch auf eine Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV).

Bislang gehört Lörrach zu den Landkreisen Baden-Württembergs ohne ein SAPV-Team mit speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegekräften. Immerhin wurde im Dezember eine gemeinnützige GmbH mit Geschäftsführer Mario Steffens gegründet, die derzeit ein Netzwerk aufbaut und mit der AOK verhandelt. Kreissozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella ist zuversichtlich, dass das SAPV-Team zum Jahresende steht.

  • Palliativstation: Das Kreiskrankenhaus Lörrach verfügt seit Jahresbeginn über Strukturen, um bis zu fünf unheilbar kranke Patienten palliativmedizinisch zu versorgen und sie nach Stabilisierung und Symptomkontrolle nach Hause oder ins Hospiz zu entlassen.

Ziel ist, dass das Zentralklinikum, das 2025 in Lörrach eröffnet werden soll, über eine Palliativstation oder eine – etwas kleinere – Palliativeinheit verfügt mit höherem Personalschlüssel und einem besonders qualifizierten multiprofessionellen Team. Dafür kämpfe man noch mit dem Land, merkte die Landrätin als Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken GmbH im Kreistag an. Wie eine größere geriatrische Abteilung hänge das von der Bettenzahl ab.