Steinen Unglück: SBB-Zug kollidiert mit Lkw

Ein Lastwagen bleibt am Übergang Daimlerstraße auf Gleis stecken. Verletzt wurde niemand.

Steinen (rbe) Glimpflich endete am Dienstag, kurz nach Mitternacht, am Bahnübergang Daimlerstraße/Bahnhofstraße der Zusammenstoß zwischen einem auf den Gleisen rangierenden Schwertransporter und einem Zug der Wiesentalbahn. Niemand wurde verletzt. Der beschädigte Regionalzug wurde zwei Stunden nach dem Unglück von einem weiteren Triebwagen in den Bahnhof Steinen gezogen, solange mussten die Fahrgäste im Zug ausharren.

Der nächtliche Regionalzug war mit der Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern von Lörrach kommend in Richtung Zell unterwegs. Kurz nach Erreichen der Gemarkung Steinen bemerkte der junge Lokführer, dass sich etwas vor ihm im Scheinwerferlicht auf den Gleisen bewegte, und leitete sofort eine Notbremsung ein. Er konnte aber nicht verhindern, dass der Triebwagen mit dem hinteren Ende eines Schwertransporters zusammenprallte, der am beschrankten Bahnübergang Daimlerstraße/Bahnhofstraße das Gleis blockierte. Dessen Fahrer hatte nach Polizeiangaben im Bereich der Gleise rangiert, weil er an der Ecke Daimlerstraße /Bahnhofstraße mit seinem 33 Meter langen, schwer bepackten Transporter nicht um die enge Kurve kam, als sich die Schranken schlossen. So bekam er das Fahrzeug, das Leimbinder für eine nahe Industriebaustelle geladen hatte, nicht mehr rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich.

Die 22 Fahrgäste des Unglückszugs mussten etwa zwei Stunden im Zug ausharren, weil es laut SBB-Pressesprecher Daniel König aus Sicherheitsgründen nicht möglich war, gefahrlos die Abteile zu verlassen. Trotzdem seien sie, so König „in recht guter Stimmung“ gewesen. Die Menschen wurden von sofort herbeigeeilten Notfallmanagern der SBB und der DB Netz vor Ort betreut und konnten schließlich nach dem Abschleppen des Zuges am Bahnhof Steinen aussteigen. Von dort wurden sie in Taxis heimgefahren.

Am Triebwagen, an der Schrankenanlage und an der Ladung des Lkw entstand ein nicht unerheblicher Sachschaden. Der zerborstene Scheinwerfer des abgeschleppten Triebwagens wird derzeit repariert. Außer einem leicht verbogenen Absperrpfosten und verwaschenen Kreidemarkierungen war dann aber am späteren Dienstagvormittag nichts mehr zu sehen von den Spuren des Zugunglücks.

Die Bahnstrecke wurde bereits am Morgen wieder freigegeben. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache sind derzeit noch im Gange. Laut Polizeisprecher Mathias Albicker gilt es derzeit noch abzuklären, ob der Fahrer des Schwertransporters – dieser gehört einem österreichischen Spezialunternehmen – die Genehmigungen besaß, um auf der Strecke, auf der das Unglück passierte, auch fahren zu dürfen.

Steinens Bürgermeister Gunther Braun nahm das neuerliche Unglück unter Beteiligung eines Lastwagens auf Steinener Gemarkung zum Anlass erneut mit Nachdruck eine Unter- oder eine Überführung der Wiesentalstrecke im Ort zu fordern.

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