Lörrach – Der Ärger über das Landes-Wissenschaftsministerium wegen des Streits über den Auftrag und Finanzbedarf der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist kaum verraucht, da betonen der Hochschul-Standort Lörrach und die Lörracher Dr. K. H. Eberle Stiftung die Bedeutung von Forschung und Fördermittel: Bei einem Mediengespräch haben sie am Mittwoch den für beide Partner hohen Wert ihrer Zusammenarbeit hervorgehoben.

Zwei Aussagen bringen dies auf den Punkt. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Thomas Schwind betonte: „Unsere Begeisterung für die DHBW ist sehr, sehr groß.“ Dies beruhe auch auf der Tatsache, dass der 2015 verstorbene Stiftungsgründer Karl Helmut Eberle „nach seinem Tod bekannter wird, als er es vorher war“. „Die Stiftung ist für die DHBW in Lörrach so etwas wie ein Sechser im Lotto“, fasste Rektor Theodor Sproll zusammen. „Der im Landeshochschulgesetz verankerte Forschungsauftrag der DHBW kann mit der Stiftung auf ein ganz anderes Niveau gehoben werden.“ 1 Million Euro bekam die DHBW seit 2017 von der Stiftung.

Erneut 500 000 Euro Preisgeld erhält die DHBW Lörrach nächsten Donnerstag für ein weiteres Forschungsprojekt, das zukunftsweisend, innovativ und interdisziplinär sein soll, wie es in der Auslobung des seit 2017 jährlich vergebenen Preises steht. Die Lörracher gehören wie die Unis in Tübingen und Konstanz zu den Einrichtungen, die die Stiftung fördert. In Lörrach stehen die Projekte der Preisträger unter der Überschrift der Digitalisierung, für die „wir ein Kompetenzzentrum aufbauen und das Wissen an unsere Ausbildungsunternehmen weitergeben wollen“, wie Sproll ankündigte.

Der Weg, den die Stiftung mit ihrem Preisgeld der DHBW weist, führe nicht in eine Einbahnstraße, betonte der Rektor. Hingegen setze das Geld einen Kreislauf in Gang: Es fließe in die Lehre an der DHBW, wo das Lehrangebot damit kompetenter gestaltet werden könne; so steige die Attraktivität des Standorts, der die besten Studierenden anziehe, die dem Talentpool der Unternehmen zur Verfügung gestellt werden könnten. „Das dient dem ganzen Standort und der regionalen Weiterbildung“, sagte Sproll. „In nur drei Jahren führte das Ganze zu einem Anstieg der Reputation der DHBW. Ohne die Mittel der Stiftung wären wir nicht in der Lage, so ein Angebot zu machen.“

Georg Freiherr von Schönau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung, hob auch die gute Zusammenarbeit von Stiftung und Hochschule rund um die Preisverleihung hervor: „Die DHBW ist für uns der ideale Partner, die Umsetzung und der enge Kontakt könnten kaum besser sein.“ Die Dr. K. H. Eberle Stiftung sei eine der bundesweit größten privaten Stiftungen. Insgesamt sei für ihn das Befriedigendste an der Partnerschaft, dass die Preisträger keine Grundlagenforschung betreiben, sondern die praktische Anwendbarkeit bei der Preisverleihung im Vordergrund steht – das habe Eberle sehr am Herzen gelegen.

Die DHBW kann fest mit dem Preisgeld planen, versicherte Schwind: „Das Schöne ist: Wir sind in der Lage, die Preise verlässlich auszuzahlen. Das ist der Vorteil des immobiliengestützten Unternehmens.“ Dies sei nicht zu unterschätzen, wies von Schönau darauf hin, dass manche andere private Stiftungen angesichts der geringen Sparzinsen „vor sich hindarben“, weil die Ausschüttung ihres Vermögens Restriktionen ausgesetzt sei.