Kreis Lörrach Leitfaden für Schweizer: So tickt die deutsche Verwaltung

Walter Schneider und Kollegen veröffentlichen Leitfaden „Die Ansiedlung von Unternehmen in Deutschland“ und stellen das Buch am Dreiländereck in Basel vor.

Urs Hausammann, Chef eines Schweizer Unternehmens, sucht zusammen mit seiner Assistentin einen Standort für eine Niederlassung in Deutschland. Die beiden telefonieren sich quer durch Behörden, bereisen die badische Nachbarschaft, die sie von privaten Einkaufstouren und gastronomischen Ausflügen her kennen, sprechen mit Bürgermeistern und quälen sich lesend durch Gesetzestexte.

Mit diesem fiktiven Fallbeispiel steigen Walter Schneider und seine Autorenkollegen in ihren Leitfaden „Die Ansiedlung von Unternehmen in Deutschland“ ein. „Das Thema ist aktueller denn je“, sagte Christoph Mayer, Geschäftsführer des Schweizer Dike-Verlags, in dem das Buch erschienen ist, bei dessen Präsentation am Dreiländereck in Basel diese Woche. Seit der Kursverschiebung zwischen Franken und Euro sei Deutschland so gefragt wie nie bei Schweizer Unternehmern.

Ist ein geeigneter Standort gefunden, wartet oftmals ein bürokratischer Hürdenlauf auf die Unternehmer. Baurecht, Umweltschutz, Gesellschaftsrecht und Sozialversicherung sind nur einige von vielen Stolperfallen im Gesetzesdschungel. „Wir dachten, wir hätten in der Schweiz schon viele Regeln“, sagte Mayer schmunzelnd im Hinblick auf die Gesetzesdichte in Deutschland.

Diesen steinigen Weg wollen die Autoren den Lesern ersparen und erklären mit vielen Tipps auf knapp 250 Seiten, wie die deutsche Verwaltung tickt. „Dieses Buch muss auf jedem Schreibtisch stehen“, sagte Herausgeber Hans Martin Tschudi bei der Präsentation an den Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz gewandt und unterstrich damit, dass der Leitfaden auch für deutsche Verwaltungsangestellte und angehende Kommunalpolitiker lesenswert sei.

Die Idee zum Buch ist Walter Schneider und seinen Kollegen Josef und Sebastian Seidler, die Kanzleien in Weil am Rhein und Waldshut betreiben, während ihrer Beratertätigkeit gekommen. Schneider ist als Jurist nicht nur spezialisiert auf die Rechtsbereiche Behörden und Verwaltung, sondern kennt das Thema aus seiner Zeit als stellvertretender Landrat von Waldshut (1991 bis 2004) und als Landrat von Lörrach (2004 bis 2012). „Bernhard Wütz hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Hochrhein ganz entscheidend mitgeprägt“, sagte er über seinen langjährigen Chef, den früheren Waldshuter Landrat, der ebenfalls zur Buchpräsentation nach Basel gekommen war.


Andere Länder, andere Begriffe

Deutsche und Schweizer sprechen zwar die gleiche Sprache, auf dem Gebiet der Politik und Verwaltung gibt es jedoch unterschiedliche Begriffe. Hier einige Beispiele:

Landrat: In Deutschland ist ein Landrat der Chef einer Verwaltungseinheit, genauer gesagt, eines Landkreises. In der Schweiz hingegen bezeichnet der Landrat ein Kantonsparlament beispielsweise im Kanton Basel-Landschaft, Uri und Nidwalden sowie dessen Mitglieder.

Regierungsrat: Während ein Regierungsrat in Deutschland die Amtsbezeichnung eines Beamten im höheren Dienst in der Bundes- oder Landesverwaltung ist, ist er in der Schweiz ein Mitglied der Kantonsregierung. Der Posten entspricht einem deutschen Landesminister.

Bebauungsplan: In Deutschland regelt ein Bebauungsplan die Art der möglichen Bebauung von parzellierten Grundstücken. In der Schweiz ist dieser Begriff unbekannt. Dort spricht man von Zonenplan. (jsc)

Das Buch „Die Ansiedlung von Unternehmen in Deutschland“ aus der Reihe „Schriften zur Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ ist im Buchhandel für 57 Euro erhältlich. Deutsche ISBN: 978-3-8487-2299-0.

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