In Baden und auch im Landkreis Lörrach sind die Landwirte bisher zufrieden mit der Ernte, was den Ertrag beim Getreide und beim Heu angeht. Dies geht auch aus einer Pressemitteilung des Badisch Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) hervor. Wie sich Mais und Soja entwickeln, ist abzuwarten. Denn der Mais hängt der normalen jahreszeitlichen Entwicklung hinterher, die Sojapflanzen brauchen nun für den September noch Sonne.

Viel Regen im Mai und dann sehr trockenes Wetter von Mitte Juni an, das sorgte vor allem dafür, dass die Getreideernte und auch der erste und zweite Schnitt bei der Heuernte gut ausfielen. Weizen und Gerste lieferten sehr gute Ergebnisse, der Pilzdruck sei wegen der Trockenheit fast nicht vorhanden gewesen, bestätigt Rolf Hess, Sachgebietsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung im Landratsamt, die Pressemeldung.

In der Rheinebene konnten acht bis neun Tonnen Weizen pro Hektar gedroschen werden, das ist ein guter Wert. Hess hat Berechnungen vorliegen, die 80 Doppelzentner beim Weizen und bei der Gerste 75 Doppelzentner pro Hektar ausweisen. „Das sind fünf bis zehn Doppelzentner mehr als 2018“, stellt er fest. Damit sei die Ernte überraschend viel besser ausgefallen, als erwartet.

Auch genügend Stroh wurde in Ballen verarbeitet. „Es gab doppelt so viel Stroh wie letztes Jahr, 20 Rundballen kamen auf einen Hektar – 2018 waren es nur zehn“, sagt Heinz Kaufmann, der Lörracher BLHV-Kreisverbandsvorsitzende aus Efringen-Kirchen. Zufrieden ist er auch mit dem Heuertrag. „In diesem Fall waren die extremen Hitzewellen Ende Juni und im Juli vorteilhaft, das Heu trocknet quasi ruckzuck“, sagt er. Auch die Qualität des Heus sei sehr gut. Gab es Ende Juli wegen des nach 2018 erneut anhaltenden trockenen und heißen Wetters noch Bedenken, ob man diese Heureserven wieder vorzeitig angreifen müsse, haben mehrere Gewitter für genug Regen gesorgt, dass zum einen das Vieh auf den Weiden Futter hat und wahrscheinlich ein dritter Schnitt möglich wird.

  • Das Wasserdefizit ist immer noch nicht aufgefüllt. Was nicht davon ablenkt, dass nur die obere Erdschicht bis in rund 20 bis 25 Zentimeter Tiefe durchnässt ist. Darunter sei es knochentrocken und damit sehr bedenklich, stellen Kaufmann und Hess fest. Die Niederschläge im Winter haben nicht gereicht, das Wasserdefizit aus dem Dürrejahr 2018 wieder aufzufüllen. Gert Willmann, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauverbandes, ergänzt: „Die Grundwasserspeicher sind seit dem Rekord-Hitzejahr 2003 nie wieder auf das Niveau Anfang der 2000er Jahre gekommen.“ Das hat er an seinen Obstanlagen im Eggenertal gemessen.

Dass das Grundwasser und ausreichender Regen fehlen, merkt man an versiegenden Quellen und nur unzureichend laufenden Bächen. „Ich denke, dass das langfristig ein noch größeres Problem wird“, prognostiziert Hess. Großen Wassermangel gibt es nach wie vor in den Maisfeldern in der kiesigen Rheinebene und im Tiefgestade.

Mindererträge und Schäden werden bei Grenzach-Wyhlen und Schwörstadt, bei Weil, Haltingen und Märkt sowie bei Istein und Kleinkems erwartet oder sind bereits sichtbar. „Hier sind wieder viele Ausfälle zu erwarten“, schätzt Hess. Er setzt aber auch noch auf Erholungen in den Beständen dank der Regenfälle.

Erfreulich ist nicht nur für Hess, dass es mehr Blühstreifen im Landkreis gibt, zum Beispiel entlang von Bächen. Bienen und Insekten profitieren davon und dadurch auch die Vögel. Zudem bieten sie etwas fürs Auge, besonders dort, wo sonst Monokulturen dominieren. Einige Landwirte haben auch Felder eingesät, teilweise freiwillig, teilweise weil sie dazu verpflichtet sind. Insgesamt, so meldet der BLHV, hat die Blühfläche in gesamt Baden zugenommen, im Regierungsbezirk Freiburg allein sind es 500 Hektar mehr – damit ergibt sich für Baden ein neuer Rekordwert von 3200 Hektar. Was noch wünschenswert wäre, ist, dass langfristig mehr mehrjährige Blütenmischungen ausgebracht werden, hoffen die Imker.