Lörrach Landkreis Lörrach will Bus- und Bahnverkehr verbessern

Der Landkreis Lörrach will den Nahverkehrsplan vorantreiben. 1,1 Millionen Euro sind im Haushalt 2018 vorgesehen.

In den Beratungen für den Kreishaushalt 2018 geht es zuvorderst um Geld. Dahinter stehen aber strategische Ziele, die die Kreispolitik verfolgt.

Rund 1,1 Millionen Euro sind im Haushalt 2018 vorgesehen, um mit neuen Leistungen im Buslinienverkehr den Nahverkehrsplan weiter umzusetzen. Die Regiobusverbindung Kandern-Lörrach fördert das Land mit rund 152 000 Euro. Die Verbesserungen sind besonders im Kander- und Wiesental bemerkbar. Die Hochrheinelektrifizierung hat einen wesentlichen Schritt nach vorne gemacht, indem vereinbart wurde, die Entwurfs- und Genehmigungsplanung zu erstellen. Neben EU, Baden-Württemberg und Basel-Stadt beteiligen sich auch die Landkreise Waldshut und Lörrach.

Schwerpunkt im Zweckverband Regio-S-Bahn wird sein, zu prüfen, wie der Takt im Wiesental auf 15 Minuten verdichtet werden kann, sowie wie zusätzliche Haltestellen – beim geplanten Zentralklinikum, in Maulburg und am „Zollweg“ in Lörrach-Stetten – ermöglicht werden können. Wichtige Projekte der Verkehrsinfrastruktur in der Region, für die er zwar nicht Träger ist, will der Landkreis „mit hohem Einsatz und Personalaufwand“ weiterverfolgen, sagte Landrätin Marion Dammann. „Dicke Bretter zu bohren“, wie es der erste Landesbeamte Ulrich Hoehler ausdrückt, sind etwa beim Weiterbau der Autobahn 98 Richtung Osten, der Bundesstraße 317 mit der Kreuzung Hasenloch, der Zweigleisigkeit in Richtung Schopfheim, der Ertüchtigung des Kreisels bei Steinen und den Schneekettenwechselplätzen am Feldberg. Zudem stehe weiterhin ein menschen- und umweltverträglicherer Ausbau des Personen- und Güterverkehrs auf der Rheintalbahn an, sagte Marion Dammann in ihrer Haushaltsrede.

Schließlich unterstützt der Landkreis das Projekt Herzstück, das auf eine unterirdische S-Bahn-Verbindung zwischen den beiden Basler Bahnhöfen abzielt. Fortgeführt werden mit dem Kreisstraßenprogramm 2016 bis 2020 die Sanierung von Kreisstraßen und Brücken des Landkreises, die Planung zur Teilumfahrung Rümmingen sowie Radwegeausbau- und Querungsmaßnahmen.

  • Wirtschafts- und Strukturpolitik: Der Zweckverband Breitbandversorgung hat 2017 den Netzbetrieb durch das Unternehmen Pepcom gestartet; er setzt den Ausbau des Backbone- und der Ortsnetze fort. Ziel ist, möglichst flächendeckend einen Zugang zum schnellen Internet zu ermöglichen. Ein wesentlicher Bestandteil der Strukturpolitik ist die Beratung der Städte und Gemeinden durch das Landratsamt, die Wirtschaftsförderung Südwest sowie die Energieagentur und das Einwerben von Fördermitteln.
  • Umwelt, Energie, Klimaschutz: Als „European Energy Award“-Kommune will der Landkreis 2018 seine Ziele zur Emissionsminderung weiterverfolgen. Bis August soll ein kommunales Klimaschutzkonzept erarbeitet sein. Unter anderem über sechs Veranstaltungen in der Fläche werden dabei Städte und Gemeinden, Unternehmen, Verbände sowie die Bürger eingebunden.
  • Abfallwirtschaft: Eine intensivierte Öffentlichkeitsarbeit soll 2018 noch mehr Haushalte motivieren, eine Biotonne zu bestellen. Vor dem Hintergrund des Verpackungsgesetzes, das Anfang 2019 in Kraft tritt, wird zu diskutieren sein, ob anstelle des Gelben Sackes eine Wertstofftonne eingeführt werden soll, und entsprechende Anforderungen des Landkreises festzulegen. Nach Verzögerungen wird im ersten Quartal 2018 der Recyclinghof Herten in Betrieb genommen. Recyclinghof und die Grünabfallannahme in Weil am Rhein samt Standortverlegung werden neu konzeptioniert, der Ausbau der Kreismülldeponie projektiert.
  • Ländlicher Raum: Von den vom Kreistag beschlossenen zusätzlichen Stellen erhofft sich Michael Kauffmann, Dezernent für den Ländlichen Raum, eine höhere Schlagkraft in der Naturschutzverwaltung. Insbesondere sollte besser möglich sein, gemäß strategischem Schwerpunkt den Fortbestand seltener geschützter Tier- und Pflanzenarten gezielt zu unterstützen. Bis weit ins Jahr 2018 hinein wird der Fachbereich Landwirtschaft damit befasst sein, die vom Land zugesagten Hilfen für die Frostschäden in Obst- und Weinbau vom April 2017 umzusetzen.

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