Lörrach – Die Kreiskliniken und das St. Elisabethenkrankenhaus sehen sich gerüstet für den Bau des Zentralklinikums. Während viele Kliniken trotz betriebswirtschaftlich einfacherer Strukturen mit weniger Standorten rote Zahlen schreiben, melden die rechtlich inzwischen unter einem Dach operierenden vier Häuser bei Erlösen von rund 140 Millionen für 2017 einmal mehr ein positives Ergebnis. „Insgesamt verlief die Entwicklung gut“, bilanzierte Geschäftsführer Armin Müller vor Medien. Auch der ärztliche Direktor Christian Hamel sieht eine „gute Dynamik“.

  • Die Standorte: Die Kreiskliniken behandelten an den drei Standorten inklusive Psychiatrie gut 24 000 Patienten stationär. Das sind zwar weniger als 2016. Angesichts des „enormen Anstiegs“ damals sei das aber keine „schlechte Nachricht“, betonte Müller. Zumal der Anteil Schwerkranker stieg und mit weniger Patienten höhere Erlöse erzielt wurden. Das sei die Entwicklung, die man anstrebe. Patienten mit leichteren Gebrechen tendierten dagegen mehr und mehr zur ambulanten Versorgung, die stabil mehr als 57 500 Besuche registrierte. Auch bei privat und Zusatzversicherten, die finanziell angesichts der knapp bemessenen pauschalen Förderung des Landes wichtig sind, gab es Zuwächse. Unter dem Strich blieb fast eine Million Euro hängen. Das sind zwar zwei Millionen weniger als 2016, aber rund 30 Prozent mehr als kalkuliert – eine Basis, von der aus das Zentralklinikum finanzierbar sei, bekräftigten Müller und die Aufsichtsratsvorsitzende Marion Dammann. Zumal mit dessen Inbetriebnahme der Investitionsbedarf für Medizintechnik, Brandschutz und Unterhalt, in die fast fünf Millionen Euro flossen, vorerst entfallen. „Wir können zufrieden sein“, lautet daher Müllers Fazit.
  • Das St. Elisabethenkrankenhaus: Das „Eli“, das seit Jahresbeginn als viertes Haus auch ein Teil des kommunalen Klinikbetriebs ist, blickt ebenfalls auf ein „gutes Jahr zurück“, schilderte Heike Roese-Koerner. Unter dem Strich behandelte das Haus knapp 12 000 Patienten stationär. Das sind zwar ebenfalls etwas weniger als 2016, aber auch mehr als 2014 und 2015. Dazu kamen zudem gut 46 000 ambulante Besuche. Trotz Investitionen von gut einer Million Euro stehe unter dem Strich denn auch noch eine „schwarze Null“. Positiv zu Buche schlagen dabei nicht zuletzt die Gynäkologie und Geburtshilfe. Mit 2337 Geburten oder einem weiteren Anstieg um drei Prozent gehört das „Eli“ inzwischen übrigens zu den zehn größten Geburtskliniken im Land.
  • Der Ausblick: Ganz oben auf der Agenda steht die weitere Integration der Häuser. Im Lauf des Jahres gibt es zudem einige ruhestandsbedingte Chefarztwechsel, unter anderem gehen Kurt Bischofberger (Geburtshilfe) und Sabina Kappos (Geriatrie). „Allein gelassen“ (Müller) von Land und Politik fühlen sich die Kliniken auch bei Förderung und Kostenerstattungen und hoffen auf Besserung. Medizinisch ganz weit vorne rangiert die Hochstufung zum regionalen Zentrum für Schlaganfallbehandlung, die ein Einzugsgebiet vom Markgräflerland bis nach Waldshut-Tiengen erschließt.
  • Das Neubauprojekt: In Sachen Zentralklinikum ringe man weiter mit dem Land um die Förderung und wolle angesichts der bisherigen Zurückhaltung und des Modellcharakters möglichst keine Abstriche, betonte die Lörracher Landrätin Marion Dammann. Inzwischen habe das Land zwar signalisiert, dass es mehr als 80 Prozent der Gesamtfläche für förderfähig hält. Dennoch gibt es noch offene Punkte: So sei zum Beispiel noch strittig, ob die angestrebten Palliativbetten auf das aktuelle Konzept von 650 Betten angerechnet werden oder dazukommen. Ergebnisse werden da im April erwartet.

Zahlen und Fakten

  • Patienten: Zusammen zählten die Häuser vergangenes Jahr 36 106 stationäre Patienten (2016: 37 141). Erneut ein Plus gab es in der Notaufnahme, allein die Kreiskliniken verzeichneten 44 834 Fälle (2016: 42 758). Die Verweildauer der Patienten lag im Schnitt bei 5,8 Tagen (2016: 5,5) – das spiegelt den wachsenden Anteil Schwerkranker. Im „Eli“ lag die mittlere Verweildauer bei 4,6 Tagen. Die Zahl der Operationen lag zusammen bei 18 298 (2016:18 373), davon entfallen 11 859 auf die Kreiskliniken (2016: 11 757).
  • Erlös und Kosten: Deren Erlös betrug rund 100,5 Millionen Euro (2016: 98,5 Millionen); zwei Drittel davon fließen zurück in den Personalsektor (2016 rund 60 Prozent). Ein Anstieg, der dem gewachsenen Personalkörper und Lohn- und Gehaltserhöhungen geschuldet ist, das Eli erzielte Erlöse von 38,6 Millionen bei Personalkosten von 28,4 Millionen.
  • Mitarbeiter: Zusammen beschäftigten die Häuser rund 2000 Mitarbeitende auf 1378 Stellen, davon finden sich 988 an den Kreisklinken (2016: 965), 390 am Eli (2016: 371).