Grenzach-Wyhlen/Kreis Lörrach (sk) „Hinter jeder einzelnen Begleitung verbirgt sich ein Einzelschicksal, das es wertzuschätzen gilt, auch wenn hier nur Zahlen genannt werden“ schickten die Vorsitzende der Ambulanten Hospizgruppe Grenzach-Wyhlen und die Koordinatorin Eva Maria Neumann ihrem Jahresbericht voraus. 248 Mitglieder sind das Fundament des Vereins, davon begleiten 25 Aktive sterbende und trauernde Menschen.Insgesamt hat die Gruppe in unterschiedlichen Angeboten im gesamten Landkreis 4600 Stunden Dienst geleistet. Mit Lob überschüttet wurden die Vorsitzende, Christa Häfner, und Kassierer Theo Fräulin, die bei der Hauptversammlung am Freitag ihre Ämter abgaben.

In den 27 Jahren ihres Bestehens hatte die Ambulante Hospizgruppe erst zwei Vorsitzende. Auf Gründerin Christel Friedrich aus Grenzach-Wyhlen folgte 2008 die Internistin mit Palliativ-Ausbildung Christa Häfner, die bereits seit 1994 Mitglied im Verein war. Beide prägten das immense Wirkung des Vereins nachhaltig, betonte der neue Vorsitzende Tonio Paßlick in seiner Dankesrede.

  • Rückblick: Im vergangenen Jahr war die Hospizgruppe gemeinsam mit den inzwischen gewachsenen Gruppen in Schopfheim und Kandern öffentlich aktiv geworden, etwa mit der Charta-Diskussion für die Palliativ-Versorgung im Landkreis Im Februar gründete sich auch mit Hilfe von Häfner ein mobiles SAPV-Team (Soziale Ambulante Palliativ-Versorgung). Deren Motor Mario Steffens, ein Allgemeinmediziner aus Weil am Rhein, berichtete von dem ausgeprägten Bedarf an Palliativ-Versorgung, gerade in den ländlicheren Gebieten. Allein am Tag der Mitgliederversammlung hatten sich fünf weitere Patienten bei Steffens angemeldet. Für die Versorgung stehen bislang nur vier Ärzte im Landkreis zur Verfügung.
  • Finanzen: Der Kassenbericht von Theo Fräulin belegte, dass der Verein auch zunehmend von privaten und institutionellen Spendern bedacht wird. Finanzielle Unterstützungen sind eine wichtige Voraussetzung für die Reichweite der aktiven ehrenamtlichen Helfer. Die Einsätze werden finanziell von den Krankenkassen honoriert, die Ausbildung, Supervision und regelmäßige Weiterbildung muss aber vom Verein getragen werden.
  • Angebote: Über die vielfältigen Tätigkeiten berichtete Koordinatorin Eva-Maria Neumann aus Weil am Rhein, über das Projekt „Trauernde Eltern“ Waltraut Bernhart, die gemeinsam mit Irène Passlick ein weiteres Angebot ab Mai anbieten wird. Letztere berichtete über die Arbeit mit der Gruppe trauernder Erwachsener. Christa Häfner informierte über die Kindertrauergruppe „Tapfere Herzen“ und Ille Hanke über die Trauerbegleitung in der Lebenshilfe. Wolfgang Gottschalk ist als Berater zu Patientenverfügungen aktiv und berichtete über neue Informationshilfen.
  • Ausblick: Silvia Böheim erläuterte in einem Ausblick auf das laufende Vereinsjahr, dass inzwischen vier neue Aktive ihre Ausbildung abgeschlossen haben und bereits eingesetzt werden. Info-Abende für interessierte neue Aktive werden am 27. Juni und 2. Juli angeboten, im Herbst beginnt eine neue Trauergruppe, nachdem im Mai eine Gruppe Trauernder Eltern begleitet wird. Der Welthospiztag wird mit einem Vortrag von Chris Paul zum Thema „Das Kaleidoskop der Trauer“ und einem Seminar der Ausbilderin begangen.
  • Wahlen: Der Kern des Vorstandes der Hospizgruppe Grenzach-Wyhlen wurde neu gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Tonio Paßlick aus Weil am Rhein, den zweiten Vorsitz übernimmt Wolfgang Gottschalk aus Lörrach, Kassierer wurde Hans Hartl und Schriftführerin Gabi Leber-Rusch, beide aus Weil am Rhein. Beisitzer sind Regina Korsch (Rheinfelden), Waltraut Bernhardt (Grenzach-Wyhlen) und Irène Passlick (Weil am Rhein).