Lörrach Großer Auftritt für kleinste Galerie Deutschlands

In der Fußgängerzone hat Thomas Schwind einen Ausstellungsraum eingerichtet. Der Galerist zeigt auch eigene Arbeiten.

Klein, aber fein ist sie auf jeden Fall. Nach den Recherchen des Betreibers Thomas Schwind ist die neue Galerie Turmstraße 14 sogar die kleinste Galerie Deutschlands. Sie besteht bereits seit vier Monaten mitten in der Fußgängerzone, wo sie einen kleinen Hausgang zur Attraktion macht. Die offizielle Eröffnung der sieben Quadratmeter kleinen Ausstellungsfläche wird am 23./24. Februar mit einer Doppelausstellung von Philippe Bordonnet und Andra Dancovici gefeiert.

Egal, ob der Superlativ mit der kleinsten Galerie Deutschlands zutrifft – für Lörrach hat der neue Kunstort eine gewisse Bedeutung: Er ist derzeit die einzige permanent ausstellende Bildergalerie. Zwei Tage ist sie wöchentlich geöffnet. Dann sind Galerist Philippe Bordonnet und seine Assistentin Andra Dancovici die Ansprechpartner für Besucher.

Die beiden arbeiten auch für die Lörracher K. H. Eberle-Stiftung und sind selbst Künstler. Die Eröffnung ist zugleich die Vernissage einer Ausstellung ihrer Bilder, die zwei Monate lang zu sehen sein werden. In diesem Turnus sollen die ausstellenden Künstler wechseln. Bevorzugte Zielgruppe sind Kreative aus der Region. Aufgrund der Kontakte Bordonnets und Dancovicis werden aber auch elsässische und rumänische Künstler eingeladen. Thomas Schwind möchte mit der Galerie Künstler aus der Region unterstützen. Bei Ihnen landet der Verkaufserlös, der Ausstellungsraum ist nicht auf seinen Gewinn ausgerichtet. Zu Beginn im Oktober waren Werke Helmut Vetters zu sehen, derzeit sind noch Arbeiten von Thomas Nüssle, Valentina Batschwarowa, Yutao Gé, Xiaming Gé, Gregor Huck und Gaby Rother ausgestellt.

Bordonnet malt nicht nur kleine Bilder, sondern auch so große, dass sie gar nicht in den Hausgang reinpassen würden, wie „The red line“, das in der Hotel-Bar des Steigenberger Stadt Lörrach hängt. Dort wird auch die Vitra Suite mit Bildern von ihm dekoriert, und an der benachbarten Fassade wird ein großes Bild von ihm in einem Glaskasten installiert. Der fließend Deutsch sprechende, 43-jährige Franzose ist ein erfahrener Galerist, konzentriert sich jedoch seit zwei Jahren auf die eigene Kunst: „Damit erfüllte ich mir einen Traum.“

Nach der Aufgabe seiner Galerien in Palma de Mallorca, am Starnberger See und in Straßburg gelang Bordonnet der Wechsel zum professionellen Maler. Er ging 2016 nach Straßburg und verkaufte seither mehr als 140 Werke. Natur und Menschen sind seine beliebtesten Motive, die er abstrahiert mit Acrylfarben auf die Leinwand bringt. Gerhard Richter und Franz Klein sind seine künstlerischen Vorbilder. Lörrach gefällt ihm, nicht nur, weil die Stadt einen guten Markt für Kunst darstellt: „Ich überlege gerade, ob ich hier fest Fuß fassen soll.“ Noch lebt er in Straßburg.

Andra Dancovici arbeitet mit ihm dort in seinem Atelier. Die 29-jährige Rumänin präsentiert bei der Vernissage ihre neue Reihe mit dem Titel „The memories of a marmaid“. Sie malt ebenfalls mit Acrylfarben abstrakte Motive, die zum Träumen einladen. „Dabei entspanne ich.“ Ihre dekorativen runden Bilder dieser neuesten Reihe sind wie ein Blick auf den Meeresboden, an dem Korallen und Steine im Sand erkennbar sind. Bevor sie ins Elsass zog, lebte sie ebenfalls auf Mallorca. Sie stellte ihre Bilder bereits in Deutschland und in der Schweiz aus. Dancovici ist auch Dichterin, sie will demnächst einen Gedichtband veröffentlichen. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie, schloss 2013 in Bukarest ihr Philosophiestudium ab, arbeitete davor vier Jahre lang als Modell.

Öffnungszeiten: Freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags zwischen 10 und 18 Uhr. Lörrach, Turmstraße 14

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