Die Einbruchserie in und um Todtnau hält an: Am Donnerstag meldete die Polizei zwei neue Taten. Diesmal hat es ein großes Hotel in Muggenbrunn und ein Wohnhaus getroffen. Wieder hatten es die Täter auf Bargeld abgesehen. Damit hat die mutmaßliche Bande laut Polizei schon 22 Mal seit Ende August zugeschlagen. Die Beamten fahren zwar nachts verstärkt Streife in dem Gebiet, doch noch sind sie den Missetätern nicht auf die Spur gekommen.

Sie kommen immer nachts, tragen Masken und sind meist genauso schnell weg, wie sie gekommen waren. „Ziel sind fast immer Hotels und Geschäftsräume“, hat Polizeisprecher Mathias Albicker festgestellt. Dass es mindestens zwei Täter sind, weiß die Polizei von Videoaufnahmen einer Überwachungskamera. Viel ist darauf aber nicht zu erkennen – außer dass die Einbrecher maskiert sind, mindestens zu zweit und männlich. Der Schaden liegt jetzt laut Polizei bei rund 90 000 Euro. Einmal kam eine Profikaffeemaschine für 17 000 Euro weg, ein anderes Mal teure Baumaschinen, in der Todtnauberger Jugendherberge sogar ein kompletter Tresor. Hinzu kommt Bargeld an Rezeptionen und in Büros, auf das es die Einbrecher offensichtlich im Tagesrhythmus abgesehen haben. Hinzu kommen Schäden, die beim Aufhebeln entstehen. In einem Landhotel verschwand des Weiteren ein Hotelschlüssel; jetzt müssen die Eigentümer die Schließanlage austauschen; die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich.

Auffällig ist, dass die Einbrecher schon seit Wochen in ein und demselben Gebiet zuschlagen mit Schwerpunkt Todtnau. Albicker: „Das hier ist nicht typisch.“ Seit vergangener Woche ist die Polizei verstärkt in Todtnau unterwegs, um die Einbrecher zu fassen. Bislang hatten die Beamten aber noch kein Glück. „Wenn jemand verdächtige Wahrnehmungen macht, bitte Tel. 110 wählen“, sagt Mathias Albicker. Auch wenn man sich nicht sicher sei, ob etwa ein verdächtiges Auto in Zusammenhang mit einem Einbruch steht, sollen die Bürger anrufen – „selbst wenn wir dann mit Hinweisen überhäuft werden“, so Albicker. Die Hoffnung ist, die Täter in flagranti oder auf der Flucht zu schnappen. In Todtmoos kam am Dienstagabend sogar ein Hubschrauber zum Einsatz – eine verdächtige Frau war mit falschen Kennzeichen unterwegs, hatte aber mit den Einbrüchen nichts zu tun, wie sich später herausstellte.

Sicher ist aber auch: Die Einbrecher schlagen lautlos und schnell zu; vom Diebstahl des ein Meter hohen Tresors in der Jugendherberge Todtnauberg bekamen die schlafenden Gäste nichts mit. Den Tresor haben sie vom Büro ins Freie getragen und sind mit ihm unbehelligt davongebraust. Aufgrund der Größe des Stahlschranks weiß die Polizei, dass die Täter über ein größeres Fahrzeug verfügen. Sie haben womöglich aber auch zusätzlich einen kleineren Wagen.

Mit immer neuen Einbruchsmeldungen macht sich unter Bürgern derweil Sorge breit. „Da hat man ein mulmiges Gefühl“, sagt ein Ferienwohnungsvermieter. Ein anderer macht der Polizei Vorwürfe: „Es kann doch nicht so schwer sein, die einzige Straße zu überwachen, die in unseren Ort führt.“ Die Polizei erwidert, dass sie nicht im Voraus wissen könne, wo sich eine Straftat ereignet – und das Gebiet zwischen Notschrei und Todtmoos (dort gab es auch einen Einbruch) ist groß.

Die Täter schlagen vor allem bei Hotels und Firmen zu

Doch wie schützt man sich? Mit baulichen Veränderungen, beispielsweise zusätzlicher Verriegelung, kann man es den Tätern schwer machen. Diese brauchen dann mehr Zeit zum Eindringen, die sie unter Umständen nicht haben. Informationen dazu gibt es bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Ob die Männer gewalttätig werden, wenn sie bei ihren Streifzügen entdeckt werden, ist derweil nicht klar. In den allermeisten Fällen suchen Einbrecher das Weite und vermeiden Auseinandersetzungen mit Bewohnern, doch dies ist freilich keine Garantie dafür, dass dies auch in Todtnau so ablaufen würde.

Erstmals war auch ein Privathaus Ziel der Bande: Am Mittwoch stiegen in Muggenbrunn die Täter unbemerkt über eine Terrassentür zwischen 7.30 Uhr und 13.10 Uhr in ein Haus in der Oberhäuserstraße ein. Beute: ein Navigationsgerät und ein Sparbuch. In einem Café auf der Notschrei-Passhöhe haben die Täter in der Nacht zuvor eine Terrassentür aufgehebelt, brachen das Vorhaben laut Polizei aber ab. Fündig geworden sind sie dagegen in einem Hotel an der L 126 in Muggenbrunn: Die Täter verschafften sich in der Nacht auf Mittwoch zwischen 23 Uhr und 5.50 Uhr über ein Fenster Zutritt, hebelten an der Rezeption einen Wandschrank auf und bedienten sich beim Geld. An der Theke des Speisesaals wurde weiteres Bargeld gestohlen – die Täter hatten dafür noch eine Tür aufgebrochen. Auch in diesem Fall haben die Hotelgäste von all dem nichts mitbekommen.