Mit großen Sprüngen beeindruckten die „Lions“-Cheerleader aus Zell bei der Freisprechung der Kreishandwerkerschaft in der Waldorfschule Schopfheim. Nicht minder groß dürften die Freudensprünge der 104 Handwerksgesellen gewesen sein, die ihre Winter-Gesellenprüfung bestanden haben. Neun Auszubildende starteten in die Ehrenrunde.

Für die große Mehrheit aber war – so Kreishandwerksmeister Michael Schwab – „heute der Tag der Tage“, der das Ende der Entbehrungen einläutete. „Sie haben sich mit ihren Eltern für eine Ausbildung im Handwerk entschieden und Sie werden diesen Schritt niemals bereuen“, versprach Schwab wie später auch Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer (HK) Freiburg. Beide schrieben ihren jungen Zuhörern ins Stammbuch: Es liegt ganz allein an ihnen, was sie aus dem Gesellenbrief machen. „Viele Türen stehen ihnen offen.“

Schwab und Ullrich lobten das duale Ausbildungssystem als „das beste der Welt, um das uns viele beneiden“, für das sich aber leider immer weniger junge Menschen entscheiden, weil sie nach vermeintlich höheren Weihen streben und dabei vergessen, dass dieses Streben uns allen „nicht sonderlich gut tut“. Das duale System sei Basis dafür, dass nun wieder so viele junge Menschen „in den Stand qualifizierter Fachkräfte erhoben werden konnten.“

Ullrich erinnerte an die Spannung, die Nervosität und die Neugierde, mit der die Auszubildenden vor nicht allzu langer Zeit bei ihren Ausbildungsbetrieben in die Pedale traten. „Ich hoffe, Sie fühlen sich nun gut“, sagte Ullrich, der die Jugend zu ihrem „richtigen Entschluss“, den goldenen Boden im Handwerk zu suchen, beglückwünschte. „Den haben Sie alle gefunden. Das Handwerk boomt enorm, ihnen steht eine glänzende Zukunft bevor“, wies der HK-Präsident auf „unglaublich vielseitige Berufs- und Karrierechancen hin“. Und er forderte: „Nutzen Sie diese Chancen, denken Sie aber dabei daran, dass jeder Weg, den Sie als Handwerker einschlagen werden, ein Erfolgsweg sein wird. Der Arbeitsmarkt wartet auf Sie, die Welt wartet auf Sie.“

Stellvertretend für alle sprach Schwab den Prüfungsbesten Nico Mast frei. Er entband ihn unter anderem von der Lern-, Schul- und Prüfungspflicht, von Sorgfaltspflichten oder „der allseits geliebten Pflicht zum Führen des Berichtshefts“. Und das galt auch für die, die Gabriele Ebner als Vertreterin der IKK classic einzeln auf die Bühne bat, um sie von den jeweiligen Innungsobermeistern mit dem Gesellenbrief ausstatten, sich vom Kreishandwerksmeister die Hand schütteln und vom HK-Präsident den Gesellenschal umhängen zu lassen. 104 glückliche junge Menschen atmeten auf, manche verließen mit ihren Trophäen den Saal, andere hörten ihrem Kollegen Mast zu, der ein paar Anekdoten aus dem Leben eines Gesellen zum Besten gab.

Die Preisträger

  • Kfz-Mechatroniker: Florian Dreher (Bester), Philipp Grimmeisen, Florian Schmitt.
  • Elektroniker: Nico Mast (Bester), Marvin Meier, Peer Schülke, Selina Kämmlein, Jannik Becker, Christian Hanno Vogt.
  • Anlagenmechaniker: Jonas Schelshorn (Bester), Florian Schreiber, David Dörflinger, Fabian Müller, Martin Georg Arnold.
  • Metallbauer: Lucas Kuttler (Bester), Dominic Pörschmann.
  • Feinwerkmechaniker: Moritz Kaufmann (Bester), Michael Weiss, Christoph Widmer.