Etwas später als im Vorjahr, aber immer noch im langjährigen Schnitt, beginnt im Markgräflerland in diesem Frühjahr die Spargelernte: Der erste Spargel aus dem Markgräflerland steht nach übereinstimmender Aussage der Erzeuger und der vermarktenden Hand bestens da.

Im nördlichen Teil des Einzugsgebiets des Erzeugergroßmarkt (Egro) hat laut Geschäftsführer Lorenz Boll Ende der ersten April-Woche der dem Spargelstich begonnen. Im Süden, so heißt es bei den hiesigen Erzeugern wie der Fischinger Landwirtsfamilie Denzer oder der Efringen-Kirchener Wein- und Spargelgut-Betreiber Ziereisen, haben vergangenes Wochenende damit begonnen, Spargel zu ernten und zu vermarkten.

Vergangene Woche hat im Markgräflerland die Spargelernte begonnen.
Vergangene Woche hat im Markgräflerland die Spargelernte begonnen. | Bild: Ralph Lacher

Kräftiger Frost im Februar, Wärme ab Mitte März

"Die Winterwitterung mit längerem, kräftigen Frost im Februar hat den Spargelpflanzen gut getan. Sie konnten sich ausruhen und stehen nun auch dank der Wärme ab Mitte März bestens da", sagt Lorenz Boll. Dazu trage laut Egro-Geschäftsführer aber nicht nur das Wetter bei, sondern ganz besonders der Aufwand, den die Erzeuger für das begehrte, erste Saisonprodukt betreiben.

Damit der Spargel so reift, wie es gewünscht wird, also um das Wachstum so gut es geht zu lenken, kommt der Abdeckung der Dämme entscheidende Bedeutung zu. Dabei gibt es verschiedene Varianten: Für den Frühstart setzt man auf eine Doppelabdeckung mit schwarzer Folie auf den Erddämmen und darüber einem Folientunnel, für den nächsten Ernteschritt ist die schwarze Folie da. Für den dritten Ernteschritt in der dann wärmeren Phase, meist ab Mitte Mai, werden die Deiche weiß abgedeckt. Das geschieht durch einfaches Umdrehen – die Rückseite der Folien ist weiß.

Doppeltunnel für frühen Spargel

Die Geschwister Susanne und Georg Denzer vom Weingartenhof in Fischingen haben schon seit Jahren die Doppeltunnellösung realisiert, um so früh wie möglich Spargel zu haben. Die Kunden im Hofladen und auf dem Wochenmarkt warten angesichts des schönen Frühlingswetters auf den heimischen Spargel.

Um von Anfang an mit dabei zu sein, müssen die Folientunnel täglich kontrolliert werden, sagt Georg Denzer. Die noch aufwendigeren Hochtunnel kommen für den Spargel bei Denzers wegen des enormen Aufwands nicht in Frage. Solche Hochtunnel hat man aber bei den Erdbeeren, auch um Probleme, wie sie voriges Jahr mit dem Spätfrost Ende April auftraten, auszuschließen.

Die Spargelfelder von Edeltraut und Hanspeter Ziereisen in Efringen-Kirchen sind ebenfalls bestens vorbereitet für den Beginn der Ernte. Damit, so Edeltraut Ziereisen, liege man gut im langjährigen Schnitt und hoffe auf eine Ernte mindestens wie voriges Jahr. Die Ziereisens vermarkten ihren Spargel im Hofladen und in der regionalen Gastronomie.

Spargel bis 24. Juni

Die Nachfrage sei da, das aktuelle Frühlingswetter sei sowohl ideales Wachs- wie auch Konsumstimmungs-Wetter und entsprechend sei das Preisniveau so, dass es für Erzeuger und Verbraucher passe, sagt Egro-Geschäftsführer Lorenz Boll. Er blicht wie Denzer und Ziereisen zuversichtlich in die Saison. Nach dem durchschnittlichen Spargeljahr 2017 mit rund 870 Tonnen vermarktetem Spargel könnte es dieses Jahr und bis zum Ende des Spargelstichs ganz traditionell an Johanni, 24. Juni, wieder Mengen bis hin zu 1000 Tonnen geben, hofft Boll.

Er betont auch, dass auch beim Spargel eine kontinuierliche Belieferung gerade für die Großkunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel wichtig sei. Die Großkunden und die privaten Verbraucher warten alljährlich sehnlich auf den hiesigen Spargel, sagt Boll. Da müssen man als Vermarkter so früh und so lange wie möglich mit guter Menge und guter Qualität dabei sein, sagt Boll.

Den Höhepunkt der Saison erwarten Egro und die hiesigen Erzeuger ab Ende April, Anfang Mai. Dann nämlich, wenn das zweite Produkt der Saison, die Erdbeeren, zusammen mit dem Spargel angeboten werden können. Das wird in rund zwei Wochen sein, so Boll und Denzer.