Rheinfelden – 13. Straßenfestival Brückensensationen mit 99 Auftritten von 26 Künstlergruppen aus sechs Nationen locken nach Rheinfelden. Es ist der Kultur-Höhepunkt in Rheinfelden und das nunmehr zum 13. Mal: Das Straßenfestival Brückensensationen. Einst von Kulturamtsleiter Claudius Beck aus dem badischen Teil von Rheinfelden kreiert und seither zur Superlative angewachsen: Ein Treffpunkt für Jung und Alt und angenommen von Menschen verschiedener Nationen aus dem Nah- und Umfeld der Großen Kreisstadt und dem Fricktaler Zähringerstädtchen vor den Toren von Basel.

Für Bürgermeisterin Diana Stöcker aus dem badischen Teil der Doppelstadt gilt das Festival als Marke für Rheinfelden. So sieht es auch der Hauptsponsor, vertreten durch Sparkassen-Vorstand Rainer Liebenow für das Geldinstitut aus Lörrach-Rheinfelden. Immerhin müssen 100¦000 Euro an Kosten irgendwie getragen werden. Diese werden durch drei Säulen finanziert: Aus etwa 18¦000 Euro freiwilliger Spenden der Zuschauer (Hutsammlung und Souvenirs) und Einnahmen aus Gebühren der Cateringstände sowie dem restlichen Beitrag der Sparkasse, sodass 40¦000 Euro zusammenkommen. Weitere 60¦000 Euro bezuschusst die Stadt Rheinfelden (Baden) aus dem jährlichen Budget. 30¦000 Schweizer Franken lassen sich die eidgenössischen Partner das Open-Air-Ereignis kosten, wie Brigitte Brügger, die Projektleiterin des Kulturbüros von Rheinfelden-Schweiz ausführt. Erstmals indes erwägt die Zähringerstadt ebenso Hutsammlungen einzuführen. Auch sie geht davon aus, dass die grenzüberschreitende Veranstaltung ihre Fangemeinde hat, die ihren finanziellen Beitrag leistet.

Der Personalaufwand auf deutscher Seite liegt bei 15 Helfern und vier bis fünf Leuten, welche für die Technik eingesetzt werden, sagt Claudius Beck. „Wir brauchen viele Leute, die helfen. Denn es geht am Donnerstag vor den Brückensensationen los. Seit Jahren ist Köchin Betty Luzia für das leibliche Wohlbefinden der Künstler die gute Seele im Team. Und nicht zu vergessen: Die Mitarbeiter der städtischen Dienste der Stadt Rheinfelden (Baden).

Als Glücksfall sieht es der Kulturamtsleiter, dass keine Ausstellungen im Haus Salmegg stattfinden. Denn dort werden die Mitwirkenden verköstigt. Ihnen stehen daher mehr Garderoben-Raum zur Verfügung, wie bislang. Weniger Personal ist indes auf Schweizer Seite im Einsatz, wie Brigitte Brügger hinweist. Lediglich ist Tobias Degen vom gleichnamigen Lichtdesign zugange, welcher für die Beleuchtung auf eidgenössischem Gebiet zuständig ist. Beck wie Brügger indes sind sich einig, dass als Erfolgspunkt die offene Grenze für hüben, wie drüben gilt. „Vielleicht ist dieses Mal noch etwas drauf gesetzt“, verrät Claudius Beck im Vornhinein und macht neugierig. Immerhin treten fast alle der 26 Künstlergruppen für die Programmpunkte an mehreren Tagen und zum Teil auch mehrmals am Tag auf. Eine Ausnahme bilden die berühmten Konzertakrobaten aus Staufen, Gogol und Mäx, die nur am Freitag um 20.30 Uhr auf dem Inseli zu sehen sein werden. „Leute rufen an, wie man Karten für Gogol und Mäx bekommt. Unter anderen Freiburger, die fragen, wie man in Rheinfelden zu Karten gelangt.“ Sie treten nur am Freitagabend auf, wie Alex und Joschi (DE).

Es ist mühsam, nur einige Programmpunkte zu nennen, weil allen Künstlern ein guter Ruf vorausgeht. Von der Frauengruppe Belcirque aus Belgien deutet Claudius Beck an, dass die Damen sehr speziell musizieren. „Die Gruppe Cirque Exalté wollte ich schon längst. Jetzt sind sie endlich da!“, kündigt er an. Etwas zum Zuschauen sind die Tänzerin und der Jongleur Christiana Casadio & Stefan Sing (DE) mit ihrer Show „Tangram“. Zeitnah sieht Beck distrActed (DE), welche sich als walk-act mit Smartphones verschmelzen.

Mit ungewöhnlichen Kochutensilien wie Bügeleisen oder Tennisschläger tritt Iwan Dam (NL) mit Burning Raspberries auf. „Da gibt es zum Schluss sogar etwas Kleines zum Essen“, weist der deutsche Kulturamtsleiter hin. Das Mitmach-Gruselkabinett Grusel Gewusel (DE) tritt im oberen Salmeggpark (Boulebahn) auf. Aus Tirol kommen Herbert & Mimi (AT). Sie erfreuen wieder alle Altersstufen mit Clownerie. Die Hamburger Künstlerin Rud Witt ist in Rheinfelden keine Unbekannte. Sie präsentiert wieder Tuchkunst, währenddessen die ausgebildete Hamburger Bühnentänzerin Alice Klueger direkt unter und um die rote Seide tanzt.

Projektleiterin Brigitte Brügger vom Kulturbüro in Schweizer-Rheinfelden kündigt mit Vorfreude die Starbugs (CH) an, deren Show Crash Boom Bang Rappen und Break-Tanz auf dem Inseli beinhaltet. Gespannt darf man auch auf den Beitrag von The Sporthorses and the Guggenheim Box (CH) im Roten Haus sein. Und ein weiteres Mal treten die Traberproduktionen (CH) mit Till trifft (Oberer Salmeggpark) in Aktion. Mit einer Wurfmaschine wird er für größte Spannung sorgen. Eine klassische Wanderbühne mit Entfesselungskunst soll es am Samstag und Sonntag auf der Bühne beim Roten Haus geben.