Zwei Tanzcompagnien, Duos und Solisten aus Deutschland, Italien, Spanien und Syrien zeigten vielfältige Facetten des zeitgenössischen Tanzes beim 16. internationalen Tanzfestival des Kulturraums Rosenhof in Tegernau-Schwand. Auf der großen Wiese war eine Freilichtbühne unter offenem Zeltdach aufgebaut, mit Blick ins Grüne. In diesem besonderen Ambiente inmitten idyllischer Natur spielten sich an fünf Festivaltagen spannende und vieldeutige Choreografien ab.

Zwei reine Frauengruppen

Die Hausherrin, die spanische Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Pilar Buira Ferre, stellte neue Stücke zweier von ihr gegründeter Gruppen vor. Ein reines Frauenensemble des Tanztheaterprojekts „In-Zeit-Sprung“ für Menschen ab 40 Jahren mit zwölf Tänzerinnen führte ein Stück vor, in dem es um Annäherung, Begegnung und Kommunikation geht. „Reich mir die Hand“ war das Thema und folglich waren die Gesten der Hände und die Bewegungssprache der Körper leitmotivisch darauf zugeschnitten. Die Choreografin griff auch traditionelle Menschentürme aus Katalonien in einer Pyramide von Tänzerinnen am Baum für ihre poetischen Bilder auf.

Premiere für Vis à Vie

Premiere feierte das zweite, in diesem Jahr gegründete Ensemble Vis à Vie mit dem Tanztheaterstück „Tropfenfänger“, in dem Momente, Augenblicke, Szenen und Emotionen des Alltags wie Tropfen eingefangen werden. Beide Stücke wurden von Live-Musik begleitet, am Hang und an Glocken von Tilo Wachter, sowie vom Alte-Musik-Duo Gesine Bänfer und Ian Harrison auf Dudelsack, Flöte und Schalmei.

Expressive Choreografie

Neben diesen Herzstücken des Festivals traten mit dem Duo Neus Exposito und Albert Garrell zwei exzellente Profitänzer auf, die in expressiven Pas de deux auf klassischer Basis mit modernen Stilmitteln und neuartigen Bewegungsformen die Härte und Zartheit einer Umarmung vorführten. In einer Mischung aus Schauspiel, Sprechtheater und Tanz ließ das Duo Rifili seine Choreografie immer wieder von der Komödie ins Drama, vom Humorvollen, Ironischen ins Ernste kippen.

Einblicke in syrische Tanzkultur

Eine Tanzsprache aus einer fremden Kultur brachte der syrische Tänzer Ali Mehamad, der als Flüchtling in Deutschland lebt, in seinem emotionalen Stück über Heimat, Fremde und Flucht auf die Open-Air-Tanzbühne.