Kein Zweifel: Mit dem „Volksbegehren Artenschutz“, das im vergangenen Jahr zur „Rettung der Bienen“ und „gegen das Artensterben“ eingeleitet wurde, haben die Initiatoren ein paar schmerzhafte Wirkungstreffer erzielt. Auch bei den Mitgliedern des BLHV, die sich am Samstag in Utzenfeld zur Bezirksversammlung trafen.

Das Treffen diente den versammelten Landwirten nicht allein dazu, Wunden zu lecken, sondern auch zu demonstrieren, dass sie geschlossen hinter den Verbandsverantwortlichen stehen, die den Widerstand gegen die Forderungen des Volksbegehrens nach einem besseren Insektenschutz organisieren. Dabei werden diese im Grunde gar nicht angezweifelt. Im Gegenteil, die Landwirte halten das Thema, das bei der Versammlung breiten Raum einnahm, „für gut und wichtig.“

Schließlich seien gerade sie „besonders auf ein funktionierendes Ökosystem angewiesen“, betonten der Bezirksvorsitzende Heinz Kaufmann und seine Geschäftsführerin Verginiya Kaerger. Aber: „Wenn das Volksbegehren Artenschutz durchgesetzt wird, müssten die meisten Landwirte ihre Betriebe aufgeben“ – mit schwerwiegenden Folgen für die Verbraucher, die kaum mehr regionale Produkte angeboten bekämen.

Im Visier haben die Landwirte die Forderung, bis zum Jahr 2035 den Ökolandbau auf 35 Prozent aufzustocken. Das sei, sagte Heinz Kaufmann, „einfach nicht umsetzbar“. Zum einen würden „viel mehr Biolebensmittel erzeugt als nachgefragt“, zum anderen müssten die Deutschen „mindestens viermal so viel Geld als bisher für Biolebensmittel ausgeben, damit die Landwirte von ihrer Arbeit leben könnten.“ Das Begehren habe dazu beigetragen, dass „wir nicht mehr als Täter, sondern als Erzeuger von Nahrungsmitteln den Kopf wieder höher tragen können“, stellte Verginiya Kaerger fest. Denn die Einstellung großer Teile der Bevölkerung habe sich infolge zahlreicher Infoveranstaltungen zugunsten der Landwirte ins Positive verändert.

„Jetzt“, forderte sie, „müssen wir dran bleiben, die Leute gut und richtig informieren und sie mitnehmen auf unserem neu eingeschlagenen Weg.“Auch deshalb haben die Landwirtschaftsverbände zu einer Unterschriftenaktion aufgerufen. Rund 10.000 beglaubigte Unterschriften habe man beisammen, mit über 50.000 Stimmen werde der „Volksantrag“ schon bald in die „aktuelle politische Debatte eingebracht“, versicherte Heinz Kaufmann. Unterstützt wird der BLHV bei dieser Offensive von den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU) und Christoph Hoffmann (FDP).

Armin Schuster glaubt, dass „das Volksbegehren Gold wert“ sei, wenn „keine der beiden Seiten zu Extremen neigt.“ Er beteuerte, dass die CDU auch in dieser Sache „keine Gesetze durch die Hintertür machen wird“ und versicherte, dass ihm wie dem BLHV ein Gesellschaftsvertrag vorschwebe, der von allen Beteiligten, vom Handel, von den Landwirten, der Wissenschaft, den Politikern und nicht zuletzt von den Verbrauchern ausgearbeitet werden und unter Dach und Fach gebracht werden muss.

Schuster plädierte für ein „Sonderprogramm Schwarzwald“ plädierte, in dem deutlich gemacht werden könne, dass die Probleme der Landwirtschaft in den Flächenstaaten ganz erheblich abweichen von denen der hiesigen Region.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete machte keinen Hehl daraus, dass – wie in den Reihen vieler Landwirte befürchtet – die Gefahr drohe, dass Menschen, die von Landwirtschaft keine Ahnung haben, eine unqualifizierte Politik gemacht werde gegen die, die Ahnung haben.

Christoph Hoffmann fordert von der Politik „klare Rahmenbedingungen und ein hohes Maß an Verlässlichkeit“, was allerdings und unbedingt auch im Ausland gelten müsse. „Wir stehen dafür ein, dass Verbote für alle gleichermaßen bindend sind“, betonte er und widmete sich im Anschluss dem Thema „Wolf“. Dieses Tier müsse ins Jagdrecht aufgenommen werden.