Das Angebot „Klettgaubus„ wird vorerst nicht weitergeführt. Ohnehin verkehrt er pandemiebedingt schon seit März 2020 nicht mehr. Die Fahrgastzahlen aus dem Jahr 2019, als der Bus ganzjährig fuhr, sprechen eine klare Sprache: Angesichts der geringen Fahrgastzahlen scheint es keinen Sinn zu machen, diese kostenlose Beförderungsmöglichkeit für Bewohner der kleinen Ortsteile in dieser Form wieder aufzunehmen und weiter aufrechtzuerhalten.

Entscheidung des Gemeinderats

Der Gemeinderat, in der jüngsten Sitzung unter dem Vorsitz der Bürgermeisterstellvertreterin Gabi Gäng Schmidt, die den verhinderten Bürgermeister Ozan Topcuogullari vertrat, beschloss einstimmig, die Fahrten des Klettgaubusses einzustellen. aber mit der Maßgabe Alternativen zu prüfen und im ersten Halbjahr 2022 noch einmal zu beraten. Hintergrund ist die äußerst geringe Nutzung des Angebotes.

Das könnte Sie auch interessieren

Im August 2018 startete das Projekt mit einer Probezeit von drei Jahren. Der Kleinbus mit Platz für acht Fahrgäste, verkehrte drei Mal vormittags, jeweils mittwochs und freitags, in der Zeit von neun Uhr und 11.30 Uhr, wobei kein Fahrpreis erhoben wurde. Dieser ergänzende Busverkehr sollte die Mobilität, die Anbindung der Bürger aus Bühl, Riedern, Weisweil und Rechberg zum Hauptort Erzingen gewährleisten.

„Schon der Start im August 2018 war äußerst holprig“, betonte Hauptamtsleiter Thomas Metzger. Bedient wurde die Strecke Bühl, Riedern, Weisweil und Erzingen sowie zwischen Rechberg und Erzingen. Pandemiebedingt wurde schließlich im Frühjahr 2020 die Verbindung eingestellt und seitdem nicht mehr aufgenommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Der aktuellen Beratung lag die Beförderungsstatistik des Jahres 2019 zugrunde. So haben insgesamt 193 Fahrgäste den Bus genutzt, das entspricht 1,93 beförderten Personen pro Tag bei sechs Fahrten (drei hin und drei zurück). Oftmals saß kein einziger Fahrgast im Bus. Die Kosten für die Gemeinde betrugen 13 316 Euro,davon erstattete der Landkreis ein Drittel, das entspricht 3750 Euro. Somit ergeben sich knapp 70 Euro Kosten pro Fahrgast.

„Luxus, der sich nicht erklären lässt“

Angesichts dessen war der Vorschlag der Verwaltung mit Hinweis auf die negative Ökobilanz, den ergänzenden Linienverkehr des Klettgaubusses einzustellen, durchaus nachvollziehbar. Als „Luxus, der sich nicht erklären lässt“ beurteilte Gemeinderat Stefan Bastians die Situation, das Geld wäre in anderen Projekten besser investiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Aber das Angebot ersatzlos zu streichen, bereitete offensichtlich großes Unbehagen. Als eine mögliche Option schlug deshalb Philipp Budde vor, den Bus nur noch mittwochs einzusetzen. Letztlich herrschte Konsens, das Angebot in dieser Form zunächst nicht weiterzuführen. Aber „wir sollten nach der Corona-Krise nach Alternativen suchen“, meinte Rosemarie Hartmann. Schließlich fiel die einstimmige Entscheidung, auf eine Einstellung des Klettgaubusses, mit der Maßgabe, andere Möglichkeiten der ergänzenden Anbindung der Ortsteile zu prüfen und im ersten Halbjahr 2022 darüber zu beraten.