Fußballwetter herrschte im nebelverhangenen Erzingen zwar keines, umso besser war die Stimmung beim Festbankett zum 100-jährigen Bestehen des FC Erzingen. Mit einem Jahr Verspätung konnte das große Vereinsfest endlich gefeiert, wenngleich unter erschwerten, Bedingungen – nämlich unter 2G plus Test. Das Festbankett der Erzinger Fußballer mit rund 250 geladenen Gästen in gediegenem Rahmen und mit feinem Essen zeigte einmal mehr, wie Vereinsgeschichte auch die Dorf- und Zeitgeschichte widerspiegelt: Alt und Jung gemeinsame Interessen haben und gemeinsame Feste feiern können.

Gelungener Einstieg

Einen gelungenen Einstieg lieferten die bierseligen Stammtischbrüder, deren Gründungsversammlung von heftigen Lachsalven begleitet wurde, bevor Vorsitzender Patrick Netzhammer die Feier eröffnete und sein Vorgänger noch einmal die Vereinsgeschichte des FC Erzingen 1920 aufleben ließ. Den weiteren Abend moderierte Lukas Gäng.

Geschenke im Gepäck (von links): der Präsident des Südbadischen Fußballverbandes Thomas Schmidt, FC-Vorsitzender Patrick Netzhammer und Bezirksjugendwart Harald Fengler bei der Überreichung des Badischen Greifes in Gold und dem Scheck des DFB.
Geschenke im Gepäck (von links): der Präsident des Südbadischen Fußballverbandes Thomas Schmidt, FC-Vorsitzender Patrick Netzhammer und Bezirksjugendwart Harald Fengler bei der Überreichung des Badischen Greifes in Gold und dem Scheck des DFB. | Bild: Eva Baumgartner

„100 Jahre FC Erzingen ist das Ergebnis von richtigen und weitsichtigen Entscheidungen und ein Zeichen von richtiger Jugendarbeit“, erklärte Bürgermeister Ozan Topcuogullari. Das Runde gehöre in das Eckige, dabei spiele die Hautfarbe, die Herkunft das Geschlecht keine Rolle. Diese Vielfalt mache des Vereinslebens interessant und helfe Vorurteile abzubauen. Auch der Vertreter der Erzingen Vereine Thomas Indlekofer stieß in das gleiche Horn und bescheinigte den Erzinger Fußballlern wichtige Werte weiter zu tragen. Die sportliche „Konkurrenz“ aus Klettgau, vertreten durch die beiden Vorsitzenden der Fußballvereine Grießen und Geißlingen, erwiesen ebenso ihre Reverenz, zogen unter schallendem Gelächter von der Bühne bei ihrer Ankündigung, auf jeden Fall bei der nächsten feucht-fröhlichen Fußballparty dabei zu sein.

Den Reigen der Festredner beschloss Thomas Schmidt, der Präsident des Badischen Fußballverbandes. Er betonte: „Es ist mehr als angemessen an die Vereinsgründer zu erinnern, die über all die Jahre den Verein geleitet und mit Idealismus und Aufopferung begeistert haben.“ Dennoch liege der Fokus auf Gegenwart und Zukunft. Die große Herausforderung sei, Jugendliche für den Sport zu begeistern. Dafür die Infrastruktur zu schaffen, sprich den Sportstättenbau, dazu die nötigen Mittel auf politischer Ebene Mittel zu generieren, sei das Gebot der Stunde.