Die Organisatoren des Jahreskonzertes des Musikvereins Grießen hatten sich alle Mühe gegeben: das Motto der Fußball-Weltmeisterschaft gewidmet, die Turnhalle mit den Fähnchen der teilnehmenden Länder dekoriert und sich in einem Probenwochenende sowie vielen Übungsabenden vorbereitet.

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Die Enttäuschung über eine nicht einmal halbvolle Halle war der Vorsitzenden Julia Gäng anzumerken. Sie begrüßte Bürgermeister Ozan Topcuogullari, Julia Wehinger und Nicole Markhardt vom Bezirksmusikverband. Das WM-Feeling begleitete die Gäste mit einer musikalischen Reise um die Welt, die Julia Hauser mit gekonnter Ansage umrahmte. Bei seinem Debut als musikalischer Leiter hatte Dirigent Karl Schwegler eine gute Mischung an Themen: Vom „Einzug der Gladiatoren“, der um die Jahrhundertwende 1899 von Julius Fucik in Sarajewo geschrieben wurde, zum „Persischen Markt“, der in den heutigen Iran entführte und mit der Oboe von Ines Weber und am Piccolo von Karin Schwab an einen orientalischen Markt erinnerte bis zum „Spanish Fever“ von Jay Chattaway, indem lateinamerikanische Salsa Rhythmen mit Flamenco Stiles und modernen Discoklängen in etlichen Solos arrangiert wurden und zum Ende des ersten Teils der Sportpalast-Polka, der vom Wiener Praterleben erzählte.

Diese Musiker wurden geehrt

Vor der Pause ehrte der Musikverein Grießen drei Musiker für langjährige Verdienste. 139 Jahre standen mit Markus Isele (40 Jahre), Roland Schilling (40) und Sepp Isele für 59 Jahre auf der Bühne als die Vorsitzende Julia Gäng die Ehrungen vornahm. Beim „Stumpen Sepp“ wäre die 60 voll geworden, aber die gesundheitlichen Probleme zwangen ihn leider zum Abschied. Er erhielt zur Urkunde und Weinpräsent auch noch ein Dress seines geliebten HSV. Zu Ehren der Jubilare spielten die Musikkameraden den beschwingten Marsch Julia (auch Beguine genannt) von Freek Mestrini.

Publikum fordert zwei Zugaben

Im zweiten Teil baten die Musikanten des MV Grießen zum „Hebrew Dance“, einem Arrangement von Bert Appermont, das Elemente des jüdischen Liedes „Schalom Aleichem“ mit Klezmer-, Balkan und latein-amerikanischer Musik verbindet, und bei dem die Saxophonistin Anika Heinemann ihren Soloauftritt mit Bravour meisterte. Das anschließende Medley hatte „Aladdin und die Wunderlampe“ zum Thema, das orientalisch-chinesische Märchen regte Hiroki Takahashi zu Titeln wie „“Friend Like Me“, „A Whole New World und „Prince Ali“ an, die ein Eintauchen in kindliche Vergangenheiten erlaubte. Bei „Elf Freunde“ kam der Fußball wieder zum Vorschein.“Fußball ist unser Leben“, „Er steht im Tor“ und „Gute Freunde kann man nicht trennen“ konnte das vorzeitige Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft etwas gelassener betrachtet werden. Dieses Arrangement stammte von Heinz Briegel. Zum Finale kam „Bohemian Tequila“ von Stefan Schwalgin und Norbert Gälle. Das Publikum entließ die Musiker nicht ohne Zugaben, der MV Grießen intonierte mit „Spanish Fever“ und den „Blues Brothers“ ganz im Sinne der Zuhörerschaft.