Das kulturelle Leben verlagert sich zunehmend in die digitale Welt. Zusammen mit dem Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Klettgau-Wutöschingen ging die Künstlerin Ingrid Veit einen anderen Weg: Ihre Ausstellung in der Erzinger Kirche St. Georg widmete sich den Bäumen als Symbol für ein neues Leben – und begegnet damit einem zeitgemäßen Bedürfnis in der Krise.

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„Wir stellten uns die Frage, wie wir trotz der Corona-Einschränkungen Kunst erlebbar und sichtbar werden lassen können“, erklärt die Leiterin des Bildungswerks Petra Szilagyi. In vielerlei Hinsicht stellte die knapp viermonatige Ausstellung ihrer Ansicht nach eine Besonderheit dar: „Durch dieses Angebot konnte man sich kulturell weiterbilden, auch wenn Museen und Ausstellungsräume geschlossen waren“, betont sie. Zuspruch dazu gibt es auch von der Ehrenamtskoordinatorin Ramona Mick, die das Engagement der Künstlerin und des Bildungswerks unter erschwerten Bedingungen lobt.

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Die zehn Bilder der Ausstellung zeigten die Bäume aus einer realistischen und unrealistischen Perspektive – Realismus und Expressionismus kennzeichnen die Werke. Ingrid Veit betont: „Ich wollte erreichen, dass die Betrachter weitsichtig sind und die Verbindung zur Natur wieder zu schätzen lernen.“ Ihre Ideen für die Gemälde schöpft sie aus der Natur; dabei versuchte sie stets den Fragen des Lebens in ihren Bilder Ausdruck zu verleihen. „Auch der Mensch durchlebt vier Jahreszeiten, ebenso brauchen wir Wurzeln, die uns Halt geben“, so die Künstlerin.

Trotz aller Einschränkungen beendet die Künstlerin Ingrid Veit die erste Ausstellung in ihrem Heimatort Klettgau-Erzingen mit einem positiven Eindruck – und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Klettgau-Wutöschingen.
Trotz aller Einschränkungen beendet die Künstlerin Ingrid Veit die erste Ausstellung in ihrem Heimatort Klettgau-Erzingen mit einem positiven Eindruck – und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Klettgau-Wutöschingen. | Bild: Vanessa Amann

Für die Kirchengemeinde war die Ausstellung ein doppelter Segen. „Wir haben eine Künstlerin gewonnen, die in weitaus größerem Umfang ausstellt“, merkt die Leiterin des Bildungswerks einerseits an. Auf der anderen Seite konnte die Kirche als Ort der Begegnung neu erlebbar gemacht werden. „Mit kulturellen Angeboten in den kirchlichen Räumen, können wir auch Menschen erreichen, die sonst weniger Bezug zur Kirche haben“, sagt Ramona Mick und stellt weitere Ausstellungen in Aussicht.

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„Die Corona-Pandemie erlaubte keine klassische Vernissage, dennoch habe ich viel Wertschätzung zur Ausstellung erfahren“, resümiert Ingrid Veit. Eine Hinwendung zum Stillleben, so beobachtet sie, sei auch den Umständen geschuldet. Und so symbolisieren die Bilder nicht nur für sie persönlich eine Neuorientierung im Leben, sondern stehen vielmehr exemplarisch für „die Hoffnung auf bessere Zeiten“.