Yvonne Würth

Ihre Heimatliebe in Szene gesetzt hatte die Dorfmusik Rechberg beim Jahreskonzert in der Gemeindehalle Rechberg. Dirigentin Julia Wehinger hatte zum Konzertmotto „Do sin mir däheim“ neun passende Musikstücke ausgesucht. Einen eigenen Beitrag dazu hatte Waldhornist Nico Talenta beigesteuert: Sein Marsch „Rechberger Impressionen“ wurde uraufgeführt. Die Melodien dazu seien ihm beim Wandern rund um das beschauliche Dorf Rechberg gekommen, auch der neugierige Blick des Dorfbewohners zum durchfahrenden fremden Auto wurde passend eingebaut.

Durch das Programm führten Isabelle Hofschild und Nico Talenta. Mit der „Black Forest Ouverture“ von Michael Sweeney wurde der gut zweistündige Konzertabend eröffnet, nach dem „Tannenrauschen“ gab es „Möwen kreischen und Meeresrauschen“ mit einem Mix der beliebten seemännischen Lieder der norddeutschen Band „Santiano“. Die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven in Bearbeitung von Willy Hautvast erinnerte an die Pandemie, als die Dorfmusik auf dem Balkon anstatt der Bühne Musik gemacht hatte.

Ihr Jahreskonzert präsentierte die Dorfmusik Rechberg unter dem Motto „Do sin mir däheim“ in der Gemeindehalle Rechberg.
Ihr Jahreskonzert präsentierte die Dorfmusik Rechberg unter dem Motto „Do sin mir däheim“ in der Gemeindehalle Rechberg. | Bild: Yvonne Würth

Musikalisch den Weißkohl oder „Chabis“ und sein Anbaugebiet näher gebracht hatte Komponist Mari Bürki im Stück mit dem lateinischen Wort für Kohl „Brassica:“ Von der Ernte über den Transport mit Wagen und Pferd, dem Raffeln und Stampfen am bekannten „Chabisfest“ im schweizerischen Mühleturnen bis zur Aussaat des neuen Kohls. „So än Chabis hieß es nach dem zwanzigsten Mal 7/8-Takt klatschen“, erzählte Ansagerin Isabelle Hofschild aus dem Nähkästchen.

Im Konzertprogramm gaben die 36 Musiker unter der Leitung von Julia Wehinger zahlreiche Beispiele der Heimatliebe.
Im Konzertprogramm gaben die 36 Musiker unter der Leitung von Julia Wehinger zahlreiche Beispiele der Heimatliebe. | Bild: Yvonne Würth

Es folgten Ehrungen für Carsten Huber, Gabriel Weißenberger, Martin Brodscholl und Wolfgang Keßler für 40 aktive Jahre (wir berichten noch). Im Anschluss an die Pause kamen die Musiker durch den Zuschauerraum pfeifend auf die Bühne: „Pfeif drauf“ von Hans-Jürgen Buchner in Bearbeitung von Johannes Thaler ist nicht nur die Titelmelodie der „Rosenheim-Cops“ sondern auch ein ständiger ungewollter Ohrwurm für Euphonistin Roxana Friebe. Als ein Musikstück aus dem Archiv spielte die Dorfmusik Rechberg von Dieter Herborg „Im Dreiländereck“.

Ein herzlicher Dank ging an die Notenspender-Allianz Tobias Böhler, Werner Hörr, Carsten Huber, Otmar Huber, Sandra Huber, Ofenbau Rudi Manz, Biolandmetzgerei Axel Weißenberger und Holzbau Manfred Weißenberger. Solisten gab es bei vielen Stücken, darunter auch Saxophonistin Gabi Huber bei „Nena“ von Uwe Fahrenkrog-Petersen in Bearbeitung von Peter Kleine Schaars.

Die Jungmusik präsentierte sich dem Publikum mit Luftballons, während die Aktiven musizierten. Den Aufruf zum Abtanzen mit der „Welt voller Wunder“ von den Fäaschtbänklern nahm das Publikum nicht ernst, verlangte aber zwei Zugaben. Die Besucher taten bereits vor dem ersten Stück und während des Konzertabends ihre Begeisterung kund. Die Zugaben wurden von der Dorfmusik mit „Udo Jürgens“ und „Grüezi Wohl, Frau Stirnimaa“ gerne gegeben.