Unter Leitung der Schützen- und Reservistenvereinigung Klettgau waren in den vergangenen Wochen sechs Mann zu einem erlebnisreichen Arbeitseinsatz in der Gegend zwischen Metz und Verdun in Nordfrankreich unterwegs. Dieser Einsatz erfolgte im Namen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VdK). Ein praktisches Beispiel, wofür der weitaus größte Teil der Spendengelder verwendet wird, für die viele Bürger jedes Jahr im Herbst bei den örtlichen Sammelaktionen spenden, heißt es in der Pressemitteilung der Reservisten. In den nächsten Wochen stehen die diesjährigen Spendensammlungen wieder an.

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Die Klettgauer Reservisten wurden durch aktive Soldaten des Instandsetzungszentrums 12 aus Ummendorf (bei Biberach) tatkräftig unterstützt. Die Bundeswehr stellte die Fahrzeuge und Fahrer für den Einsatz. Der Arbeitsauftrag für zwei Wochen umfasste die gärtnerische Pflege von 46 Gräbern und Denkmälern aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 rund um Gravelotte, zwischen Metz und Verdun.

Feierliche Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal in Sainte-Marie-aux-Chênes. – Rechts neben dem Kreuz Bürgermeisterin Sylvie Lamarque, links neben dem Kreuz Stellvertreter Christian Cayre.
Feierliche Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal in Sainte-Marie-aux-Chênes. – Rechts neben dem Kreuz Bürgermeisterin Sylvie Lamarque, links neben dem Kreuz Stellvertreter Christian Cayre. | Bild: Schützen- und Reservistenvereinigung Klettgau (SRV)

Hier sind in der Schlacht um Gravelotte zwischen dem 14. und 18. August 1870 etwa 75.000 Soldaten gefallen, die bis zum Ersten Weltkrieg höchste Zahl an Kriegstoten in einer Schlacht. Dementsprechend gibt es in dieser Gegend hunderte von Grabstellen und Denkmälern, hier existiert die größte Dichte an militärischen Gräbern und Denkmälern in ganz Europa. An allen zugewiesenen 46 Grabstellen brachten die Teilnehmer die zum Teil stark verwilderten Grünanlagen mit großem persönlichem Fleiß wieder in Ordnung, denn Corona bedingt war seit 2019 niemand mehr zur Pflege dort.

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Gearbeitet wurde täglich von 7.30 Uhr bis gegen 17 Uhr. Die für die Arbeit notwendigen Maschinen und das erforderliche Werkzeug wurden durch den vor Ort ansässigen Bauhofes des VdK gestellt. Dieser Bauhof betreut ganzjährig mit circa 14 angestellten Gärtnern etwa 180 Grabstellen im Nordosten Frankreichs. In ganz Frankreich gibt es sechs dieser Bauhöfe in verschiedenen Regionen.

General Culot (links), der kommandierende General führt die Besucher durch seinen imposanten Amtssitz.
General Culot (links), der kommandierende General führt die Besucher durch seinen imposanten Amtssitz. | Bild: Schützen- und Reservistenvereinigung Klettgau (SRV)

Untergebracht war man in einer Kaserne der Französischen Armee in Metz. Für das Wochenende organisierte das französische Militär für die deutschen Besucher einen Empfang beim Militärgouverneur Grand-Est, General D‘Andoque und beim Kommandierenden General für Nord-Ost Frankreich, General Culot, in deren gemeinsamen Amtssitz, der ehemaligen Kaiserresidenz des Deutschen Kaisers Wilhelm II.

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Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch bei „alten Bekannten“ aus Immendingen. Das „3e régiment de hussards – 3e RH“ (3. Husarenregiment) ist ein Panzeraufklärungsregiment der Französischen Armee, gehört seit 1990 zur Deutsch-Französischen-Brigade und war von 1996 bis 2011 in Immendingen stationiert. Um die seit vielen Jahren bestehende Bekanntschaft mit den Klettgauer Reservisten zu vertiefen, luden die Franzosen das deutsche Team zu einem Besichtigungsnachmittag ein. Dabei durften die Deutschen auch das Allerheiligste des Regiments, den Ehrenraum der Husaren, besichtigen.

Klettgauer Reservisten zu Besuch bei den Husaren.
Klettgauer Reservisten zu Besuch bei den Husaren. | Bild: Schützen- und Reservistenvereinigung Klettgau (SRV)

Zum Abschluss des Arbeitseinsatzes legten die Teilnehmer zusammen mit der Bürgermeisterin der Gemeinde Sainte-Marie-aux-Chênes Sylvie Lamarque und ihrem Stellvertreter Christian Cayre einen Kranz im Rahmen einer feierlichen Gedenkveranstaltung auf dem deutschen Soldatenfriedhof hinter dem örtlichen Rathaus ab.

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Zur Erholung von den kräftezehrenden täglichen Arbeiten an den Gräbern gönnte sich das Klettgauer Team am Wochenende zwischen den Arbeitswochen ein spannendes Ausflugs- und Besichtigungsprogramm. So besichtigten die Klettgauer neben dem Palais de Gouverneur in Metz auch zwei Bunker aus der Maginot-Linie, Teile der ehemaligen Schlachtfelder um Verdun und das sogenannte Beinhaus Douaumont bei Verdun. Es ist dort auch heute noch sehr eindrücklich zu sehen, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind. Die Denkmäler mahnen eindringlich zur Verständigung und zu Freundschaft zwischen den Völkern.