Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn Egon Furlani zurückblickt und von seiner Arbeit als Schornsteinfeger erzählt. Fast 50 Jahre lang war er mit seinem schwarzen Anzug, den Kehrbesen und Messgeräten unterwegs. Jetzt hat der 64-Jährige alles in die Ecke gestellt und will seinen Ruhestand genießen.

Den Rhythmus hat er immer noch drin

„Schade“, sagen seine Kunden, bei denen er viele Jahre aus und ein ging. „Wir kennen uns so lange, wir haben Vertrauen aufgebaut“, erzählt Furlani. Aber sie gönnen es dem Baltersweiler. Noch ist alles frisch. Erst zum Jahresbeginn hat er seinen Ruhestand angetreten. Den Rhythmus habe er noch drin. Er stehe immer noch früh auf.

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Gegen sieben begann sein langer Arbeitstag. Nachmittags um 16 Uhr war zumeist zu Hause, wie er beschreibt. Danach war noch lange kein Feierabend. Post wartete, er musste die Büroarbeiten erledigen. So ist das eben, wenn man selbstständig ist. Über 3000 Haushalte betreute er in seinem Einsatzgebiet als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger. Unterstützt wurde er von Ralf Rudigier.

Viel mehr als nur Kamine reinigen

Seine Aufgaben waren vielseitig. Dazu zählte das Kaminreinigen, Abgaswegüberprüfungen, Immissionsschutzmessungen, Feuerstättenschau, die Kontrolle von offenen Kaminen und Kaminöfen und Bauabnahme. Oftmals musste er auf die Dächer steigen. Und fast noch nie ist etwas passiert. Ausgerechnet im letzten Jahr, bevor er in den Ruhestand gegangen ist, fiel er vom Dach. Furlani: „Ich hatte Glück.“

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Einiges habe sich in den Jahrzehnten verändert. „Früher haben wir nur Kamine und Öfen gereinigt“, erklärt der 64-Jährige. Die ersten Abgasmessungen seinen 1975 dazu gekommen. Moderne Häuser bräuchten keine Kamine mehr. Es sei denn, sie sind mit Schweden- und Kaminöfen ausgestattet. In alten Bauernhäusern gibt es sie noch.

Gleich zwei Glücksbringer: Egon Furlani als Schornsteinfeger und das Schweinchen in seiner Hand.
Gleich zwei Glücksbringer: Egon Furlani als Schornsteinfeger und das Schweinchen in seiner Hand. | Bild: Michael Neubert

Er erinnert sich an amüsante Geschichten: „Die Kinder hatten eine Riesenfreude, wenn sie den schwarzen Mann gesehen haben.“ Menschen hätten ihn berührt. Schließlich bringen Schornsteinfeger Glück. Der Kontakt mit den Menschen, die frische Luft – deswegen hat er den Beruf ergriffen. Furlani: „Ich konnte mir nicht vorstellen, den ganzen Tag im Büro zu sitzen.“

Er bedauert, dass es immer noch zu wenige gibt, die den Beruf des Schornsteinfegers lernen, obwohl er wieder etwas begehrter sei. Seinem Nachfolger Ralf Gamp wünscht er jedenfalls Glück. Der Tiengener hat Furlanis Bezirk nun übernommen.

Kontakte: Die jeweils zuständigen Schornsteinfegern sind auf den Internetseiten der Schornsteinfegerinnung zu finden (www.schornsteinfegerinnung-fr.de).